Mindset

© Nico Riffel

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Die EQE-Vorbereitung muss oft neben Beruf, Familie und anderen Verpflichtungen stattfinden. Da hilft es wenig, sich einfach vorzunehmen, noch mehr zu lernen. Entscheidend ist auch, wie Du Deine Zeit einteilst, mit Rückschlägen umgehst und das Gelernte in einer konkreten Aufgabe anwendest.

Mit „Mindset“ meine ich vor allem die Einstellung, mit der Du an diese besondere Prüfung herangehst. Das klingt vielleicht etwas abstrakt, hatte für mich aber ganz praktische Folgen. Ich bin damals mit einem Einspruchsschriftsatz durch den C-Teil gefallen, für den mich mein Ausbilder im Kanzleialltag vermutlich gelobt hätte. Das musste ich erst einmal verdauen. Geholfen hat mir schließlich die Erkenntnis, dass ich die EEP als eine eigenständige Aufgabe mit eigenen Spielregeln begreifen musste.

Die Prüfung verstehen

Im Beruf kann es genau richtig sein, für den Mandanten einen Spielraum auszuloten, zusätzliche Tatsachen zu ermitteln oder eine bisher wenig beachtete Argumentation zu versuchen. In einer Prüfungsaufgabe sollst Du dagegen aus den vorgegebenen Informationen erkennen, welches Problem zu lösen ist, und die Lösung innerhalb der verfügbaren Zeit nachvollziehbar begründen. Wer parallel für die deutsche Prüfung lernt, muss manchmal sogar zwischen drei unterschiedlichen Herangehensweisen umschalten. Dass einem dieser Wechsel nicht sofort gelingt, sagt erst einmal wenig über die eigene berufliche Eignung aus.

Mir half dabei das Bild eines Spiels, dessen Regeln ich möglichst gut verstehen wollte. Welche Hinweise haben die Aufgabensteller eingebaut? Wofür werden Punkte vergeben? Welche Arbeit kann ich vorbereiten, und an welcher Stelle verliere ich Zeit, ohne meiner Antwort noch etwas Wesentliches hinzuzufügen? Dafür lohnt es sich, auch einmal gedanklich die Seite zu wechseln: Welche bekannte patentrechtliche Schwierigkeit könnte der Prüfer hier zeigen wollen, und weshalb hat er gerade diese Angaben in den Text aufgenommen?

Das kann helfen, sich aus endlosen „Was wäre, wenn …?“-Überlegungen zu lösen. Wenn ich für meinen Lösungsweg zusätzliche Tatsachen erfinden muss, würde ich noch einmal zum Auftrag und zu den tatsächlich gegebenen Informationen zurückgehen. Gerade dort stecken häufig die Schlüsselworte, die einem den Weg weisen. Im Beispiel zur Aufgabe A 2026 führe ich diesen Gedanken Schritt für Schritt vor; dort werden allerdings auch Teile der Lösung verraten.

Die 10+1 Regeln für den richtigen Mindset verbinden diesen Rollenwechsel mit Zeiteinteilung und Bewertung. Auch meine „niedrig hängenden Früchte“ gehören dazu: wiederkehrende Begründungen und Arbeitsschritte, die Du so vorbereiten kannst, dass sie Dich in der Prüfung möglichst wenig Zeit kosten.

Anfangen und dranbleiben

Ein Lernplan muss zu Deinem Alltag passen. Plane auch das Nacharbeiten und Tage ein, an denen weniger geht als gedacht.

Den eigenen Weg prüfen

Kannst Du einen Zusammenhang später erklären? Findest Du die entscheidende Fundstelle? Gelingt die nächste Aufgabe besser? Solche Fragen helfen mehr als ein möglichst perfekter Plan auf dem Papier.

Meine früheren Überlegungen unter Welcher Lerntyp bin ich? habe ich noch einmal kritisch durchgesehen. Heute würde ich Dir nicht mehr empfehlen, Dich auf einen festen Persönlichkeitstyp festzulegen und danach Deine Lernmethode auszuwählen. Probiere lieber aus, womit Du etwas wirklich verstehst und später auch anwenden kannst. Darauf kommt es am Ende an.

Die praktische Ergänzung findest Du in der Toolbox. Aufbau, Anmeldung und Durchführung der Prüfung sind im Allgemeinen Teil zusammengefasst.

Text überarbeitet am 28. September 2026.



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