Der eine arbeitet sich gern allein durch einen schwierigen Text, der andere versteht einen Gedanken erst richtig, wenn er ihn jemandem erklärt. Solche Vorlieben kenne ich auch aus meiner eigenen Vorbereitung. Sich damit zu beschäftigen kann hilfreich sein. Ich würde daraus aber keinen festen Lerntyp ableiten, der bestimmt, wie Du lernen musst.
Was ich an meinem früheren Ansatz ändern würde
Ich hatte hier ursprünglich den MBTI-Persönlichkeitstest vorgestellt und den verschiedenen Typen bestimmte Lernmethoden zugeordnet. Mir haben solche Tests durchaus geholfen, über meine eigenen Gewohnheiten nachzudenken. Im Nachhinein würde ich daraus aber nicht mehr ableiten, dass ich mit dem Persönlichkeitstyp auch schon die passende Lernmethode gefunden habe. Das musst Du letztlich beim Lernen selbst ausprobieren.
Die damaligen Tabellen würde ich deshalb nicht mehr als Anleitung verwenden. Du brauchst keinen Vier-Buchstaben-Code, um herauszufinden, ob Dir ein Gespräch, eine Skizze oder ein eigener Lösungsversuch gerade hilft.
Vorlieben ausprobieren und am Ergebnis prüfen
Nimm ein konkretes Thema, etwa die Priorität oder den Aufgabe-Lösungs-Ansatz. Lies zunächst die Grundlage. Erkläre den Zusammenhang anschließend in eigenen Worten und bearbeite einen Fall, ohne die Lösung danebenliegen zu haben.
Wo gerätst Du ins Stocken? Fehlt Dir der Überblick, hilft vielleicht eine Skizze. Verwechselst Du Voraussetzungen, kann eine Gegenüberstellung nützlich sein. Klingt alles vertraut, aber Du kannst es nicht anwenden, brauchst Du eher einen neuen Fall als noch einmal denselben Text.
Auch eine Lerngruppe kannst Du gezielt einsetzen. Bitte jemanden, Deine Begründung zu lesen, ohne ihm vorher mündlich zu erklären, was Du eigentlich gemeint hast. Genau dann zeigt sich, ob die Antwort für sich steht.
Am Ende musst Du die Aufgabe selbst lösen
Ein Video kann eine gute Einführung sein. In einer Freitextaufgabe musst Du die Antwort anschließend trotzdem selbst schreiben können. Wer am liebsten liest, sollte deshalb das Schreiben nicht auslassen; wer gern diskutiert, braucht auch Übung ohne Gesprächspartner.
Für die Online-EQE kommen das Lesen am Bildschirm, das Wiederfinden von Fundstellen und die Eingabe unter Zeitdruck hinzu. Diese Fertigkeiten lernst Du nicht allein dadurch, dass sich die Vorbereitung angenehm anfühlt.
Mein Rat wäre deshalb: Beobachte Dich beim Lernen und probiere ruhig verschiedene Dinge aus. Behalte, was Dir hilft, die nächste Aufgabe besser zu verstehen oder zu lösen. Du musst Dich nicht ein für alle Mal auf eine Methode festlegen. Was bei einer Fristenfrage gut funktioniert, kann bei einer komplizierten technischen Aufgabe schon wieder anders aussehen.
Weitere Gedanken dazu findest Du in meinen Beiträgen zur Zeitplanung, zum Anfangen und in den 10+1 Regeln für den Mindset.
Meine damalige Podcastfolge zu Lerntypen
In dieser älteren Aufnahme spreche ich noch über meine ursprüngliche Vorstellung von Lerntypen. Die Folge bleibt als Rückblick erhalten; weshalb ich die feste Zuordnung von MBTI-Typen zu Lernmethoden heute anders sehe, habe ich oben erläutert.
Text überarbeitet am 28. September 2026.
