Kategoriearchiv: Vorprüfung

Bewertungspraxis bei der Vorprüfung

Wenn Du schon mit alten Vorprüfungen geübt hast, kennst Du vielleicht noch das damalige Punkteschema. Für die heutige Aufgabe F musst Du Dich davon allerdings lösen. Ich erkläre Dir hier zunächst kurz, wie die alte Bewertung funktionierte, und danach, was sich bei F geändert hat.

Rückblick: die frühere Vorprüfung

In der damaligen Vorprüfung gab es 20 Fragen mit jeweils vier Aussagen. Nach dem früheren Schema ergaben null oder eine richtige Beurteilung innerhalb einer Frage null Punkte, zwei richtige Beurteilungen einen Punkt, drei richtige drei Punkte und vier richtige fünf Punkte. Die Bestehensgrenze lag bei 70 von 100 Punkten.

Mit diesem Schema lassen sich frühere Vorprüfungen nachkorrigieren. Die damaligen Abbildungen zu Antwortbögen und Bleistiften sind inzwischen ein kleines Stück Prüfungsgeschichte.

F 2026: zwei getrennt zu bestehende Teile

2026 enthielt jeder Teil 15 Fragen mit jeweils zwei bis fünf Punkten. Zum Bestehen waren 30 von 50 Punkten in F-1 und 32 von 50 in F-2 erforderlich. Beide Teile mussten in derselben Prüfung bestanden werden. Die bloße Summe von 62 Punkten hätte deshalb nicht in jeder Verteilung gereicht.

Die Prüfungskommission legt die Bestehensgrenzen nach Regel 6 ABVEP innerhalb des Rahmens von 50 bis 75 Prozent fest.

Vollständig beantworten, das konkrete Schema beachten

Bei F 2026 mussten sämtliche Aussagen einer Frage beurteilt werden; eine offene Aussage führte dazu, dass die Frage nicht als korrekt beantwortet galt. Bei vollständig bearbeiteten Fragen sah das Schema teilweise auch Punkte für teilweise richtige Antworten vor. Für die Nachkorrektur lohnt sich deshalb der Blick auf die einzelnen Fragen im Prüferbericht.

Lies die Vorgaben der jeweiligen Aufgabe und kontrolliere vor Ablauf des Teils, ob Antworten versehentlich offen geblieben sind. Eine Anmerkung auf Deinem Notizzettel ersetzt keine Auswahl im System.

Zeitmanagement für den heutigen Ablauf

2027 stehen je Teil zwei Stunden zur Verfügung. Ich würde jeden Teil als eigene Übung bearbeiten und am Ende eine kurze Kontrollrunde einplanen. Die Hinweise zur Durchführung stehen unter EQE Online.

Bei der Nachkorrektur würde ich neben den Punkten notieren, welche Fragen viel Zeit gebraucht haben und wo die Kontrollrunde noch Fehler aufgedeckt hat. Daraus lässt sich die Zeiteinteilung für die nächste Übung verbessern.

Weiter geht es mit Vorbereitung und der F-Übersicht.

So sah die Bewertung früher aus

Hier siehst Du das alte Punkteschema noch einmal in der damaligen Darstellung. Die Abbildungen können Dir helfen, frühere Vorprüfungen nachzukorrigieren.

© Nico Riffel

© Nico Riffel

Part F – Titelbild in blauer Bauplan-Optik

Text überarbeitet am 28. September 2026.



Die richtige Vorbereitung auf die Vorprüfung

Wenn Du Dich auf F vorbereitest, würde ich Dir zuerst eine veröffentlichte F-Aufgabe mit dem zugehörigen Prüferbericht empfehlen. Alte Vorprüfungen kannst Du später gut ergänzend verwenden. Du musst dabei nur im Blick behalten, dass sie nach anderen Regeln gestellt und bewertet wurden und teilweise auch auf einem älteren Rechtsstand beruhen.

Rechtsfragen früh bearbeiten

Lerne EPÜ und PCT nicht nur als Sammlung von Vorschriften. Nimm einen Fall und erkläre, weshalb die Regel gerade dort zu diesem Ergebnis führt. Besonders nützlich sind Übungen zu Priorität, Anmeldung und Recherche, Sprachen und Übersetzungen, Gebühren, Fristen, Teilanmeldungen sowie den Folgen versäumter Handlungen.

Nach einer falschen Antwort würde ich nicht nur die richtige Lösung markieren. Notiere, welcher Schritt gefehlt hat: War die Vorschrift unbekannt, hast Du eine Ausnahme übersehen oder den Sachverhalt falsch gelesen? Daraus entsteht eine persönliche Checkliste, die Du bei der nächsten Aufgabe tatsächlich verwenden kannst.

Die offiziellen Rechtsquellen und ein vertrautes Nachschlagewerk helfen beim Vertiefen. Eine möglichst lange Sammlung von Entscheidungen ist kein Selbstzweck. Wichtig ist, dass Du den für die Frage maßgeblichen Gedanken verstehst.

Anspruchsaufgaben bewusst einsetzen

Die frühere Vorprüfung enthielt einen ausgeprägten Teil zur Anspruchsanalyse. Die dortigen Fälle können weiterhin Übungen zu Anspruchskategorien, Offenbarung, Neuheit oder Schutzumfang liefern. Sie sind aber keine vollständige Simulation von F oder M1 im heutigen System.

Wenn Du eine solche Aufgabe liest, verschaffe Dir zunächst den Überblick. Bei Zeichnungen kann eine kurze Zuordnung von Bezugszeichen und Merkmalen helfen. In der Online-Umgebung musst Du dazu gegebenenfalls eine eigene Notiz führen, statt die vorab ausgedruckte Figur zu beschriften.

Eine feste Vorgabe, zunächst immer 20 oder 30 Minuten zu lesen, würde ich nicht machen. Prüfe beim Üben, wie viel Übersicht Du brauchst, bevor Du die konkrete Frage beantworten kannst.

Unter heutigen Bedingungen üben

F 2027 besteht aus zwei Teilen zu je zwei Stunden. Beide müssen im selben Durchgang bestanden werden; nach Ablauf eines Teils ist keine Rückkehr möglich. Vorabausdrucke gibt es nicht.

Hebe Dir geeignete Aufgaben für eine vollständige Simulation auf. Nutze daneben einzelne Fragen zum Lernen und die Nachkorrektur zum Verbessern Deiner Unterlagen. Wenn Du die Lösung schon kennst, kann die Wiederholung nützlich sein, sagt aber weniger über Deine Leistung bei einer unbekannten Aufgabe aus.

In den Beiträgen zur Bewertung und zur Aufgabe F gehe ich genauer darauf ein, was die aktuellen Aufgaben für Deine Vorbereitung hergeben.

Abbildungen und Video aus meiner damaligen Vorbereitung

Die Abbildungen und das Video zeigen meine Vorbereitung auf die frühere Vorprüfung. Vielleicht ist darin noch eine Arbeitsweise für Dich dabei. Die heutigen Zeitvorgaben und Bewertungsregeln findest Du in den oben verlinkten F-Beiträgen.

Think-Positive

© Nico Riffel

Text überarbeitet am 28. September 2026.