Monatsarchiv: Februar 2019

Selbstorganisation: Nützliche Tools

Kennst Du das? Du sitzt in der U-Bahn und hast plötzlich eine gute Frage für die Lerngruppe im Kopf. Bis Du später am Schreibtisch sitzt, ist sie wieder weg. Ein Notizzettel kann helfen – sofern er nicht vorher selbst verschwindet.

Ich habe deshalb gern digitale Werkzeuge benutzt, um solche Gedanken gleich festzuhalten. Welche App Du dafür nimmst, ist für mich nicht die entscheidende Frage. Sie muss einfach genug sein, dass Du sie tatsächlich verwendest, und Du musst Deine Notizen später wiederfinden.

Eine einfache Aufgabenliste

Microsoft To Do hatte ich hier als Beispiel vorgestellt. Praktisch fand ich vor allem, dass ich einen Gedanken schnell notieren und später wieder aufgreifen konnte, etwa eine Idee für einen Blogbeitrag. Sonst ist die gute Idee manchmal schon verschwunden, bis man Zeit dafür hat.

Für die Prüfungsvorbereitung würde ich Aufgaben konkret formulieren: „Unterschied zwischen Weiterbehandlung und Wiedereinsetzung anhand von Fall X klären“ ist besser als „Fristen lernen“. Eine solche Liste funktioniert auch auf Papier oder in einer anderen Anwendung, die Du bereits beherrschst.

Ein Platz für Unterlagen und Fundstellen

Für ein elektronisches Notizbuch hatte ich Evernote als Beispiel gewählt. Bei einer solchen Ablage würde ich neben der Notiz immer auch die Quelle und den Anlass festhalten. Sonst findest Du später zwar eine schöne Zusammenfassung, weißt aber nicht mehr, ob sie zum aktuellen Rechtsstand oder zu einer alten Aufgabe gehört.

Kennzeichne deshalb Modul, Thema, Quelle und Stand. Trenne außerdem Deine eigene Erklärung von der offiziellen Regel. Ein Foto oder eine Sprachnotiz kann beim Sammeln helfen; auswerten und ordnen musst Du es anschließend trotzdem.

Gemeinsam den Überblick behalten

Trello habe ich als digitale Variante von Klebezetteln vorgestellt. Für eine Lerngruppe kann eine einfache Übersicht mit „offen“, „in Arbeit“ und „besprochen“ sinnvoll sein. Entscheidend ist, dass jede Aufgabe einen Verantwortlichen und ein klares Ergebnis hat.

Eine aufwendige Projektverwaltung für drei Personen würde ich daraus nicht machen. Wenn Ihr mehr Zeit in das System als in die Aufgaben steckt, ist es zu kompliziert.

Was Du davon in der Prüfung verwenden darfst

Die genannten Apps sind Beispiele für die Vorbereitung. Ob ein Angebot zu Dir passt, würde ich an Deinem Alltag festmachen: Kannst Du eine Notiz unterwegs schnell erfassen und später am Arbeitsplatz wiederfinden? Vielleicht erfüllt das Programm, das Du ohnehin benutzt, diesen Zweck schon.

Vor allem gilt: Eine praktische Lern-App ist deshalb noch kein zugelassenes Prüfungshilfsmittel. Für die EQE zählt, was in der Prüfungsumgebung und nach den aktuellen Anweisungen erlaubt ist. Bereite Deine Unterlagen so vor, dass Du unter diesen Bedingungen damit arbeiten kannst.

Mein Rat wäre, mit möglichst wenigen Werkzeugen anzufangen. Eine verlässlich geführte Liste und eine gut auffindbare Ablage reichen oft weiter als die nächste neue App.

Text überarbeitet am 28. September 2026.



Unterbrechungen vermeiden

Kennst Du diese Arbeitsphasen, in denen Du ganz bei einer Sache bist und erst später bemerkst, wie viel Zeit vergangen ist? Ob man das nun „Flow“ nennt oder einfach konzentriertes Arbeiten: Für die Vorbereitung sind solche Phasen wertvoll.

Man kann diesen Zustand leider nicht auf Knopfdruck herstellen. Für die Vorbereitung würde ich deshalb zuerst schauen, was mich immer wieder aus der Arbeit herausreißt. Meistens fallen einem recht schnell ein paar Störenfriede ein, gegen die man etwas tun kann.

Den Lernblock schützen

Wenn alle paar Minuten eine Nachricht erscheint, musst Du Dich ständig neu orientieren. Schalte Benachrichtigungen deshalb für den geplanten Lernblock aus und lege das Telefon so weg, dass Du nicht bei jeder kleinen Schwierigkeit danach greifst. Bloßes Vibrieren ist noch keine Ruhe.

Sprich mit Deiner Familie oder den Kollegen ab, wann Du konzentriert arbeiten möchtest und wann Du wieder erreichbar bist. Ein ruhiger Platz hilft; er muss aber zu Deinem Alltag passen. Der beste Lernraum nützt wenig, wenn Du ihn nur einmal im Monat erreichen kannst.

Den Rechner würde ich heute nicht mehr pauschal ausgeschaltet lassen. Für eine Online-Prüfung musst Du gerade am Bildschirm üben. Schließe stattdessen die Dinge, die mit der Aufgabe nichts zu tun haben: Mail, Chats und die verführerischen Browser-Tabs.

Eine wichtige Aufgabe zuerst

Wenn der Alltag Deine Lernzeit regelmäßig auffrisst, versuche es mit einer klaren ersten Aufgabe. Nicht „heute M2 lernen“, sondern beispielsweise „diese Rechtsfrage lösen und die Fristenberechnung nachvollziehen“.

Ich habe das auch im Berufsalltag so gemacht: Die ersten ein bis zwei Stunden habe ich einer ausgewählten Aufgabe gewidmet, bevor mich das Tagesgeschäft eingeholt hat. Natürlich muss jemand erreichbar sein, wenn etwas wirklich Dringendes ansteht. Aber vielleicht lässt sich bei Dir ein ähnliches Zeitfenster freihalten. Es müssen ja nicht genau dieselben Stunden sein.

Wichtig und dringend unterscheiden

Nicht jede Nachricht verlangt eine sofortige Antwort. Eine neue Erfindungsmeldung ist wichtig, lässt sich aber häufig in einem vorgesehenen Zeitfenster lesen. Die Frage, ob jemand zum Kaffee mitkommt, ist vielleicht eilig, aber für Deinen Lernfortschritt wenig entscheidend.

Für wirklich wichtige und dringende Fälle sollte es einen verlässlichen vereinbarten Weg geben. Dann kannst Du die übrigen Kanäle für eine Weile schließen, ohne darauf zu hoffen, dass schon nichts passieren wird. Welche Fälle das sind, hängt von Deiner beruflichen Verantwortung ab.

Lernen und Prüfung auseinanderhalten

Diese Absprachen betreffen Deine Vorbereitung. Während der Prüfung darf Dir niemand helfen, und die Vorgaben zu Raum, Geräten und Kommunikation gelten unabhängig von Deinem normalen Arbeitsablauf. Ebenso sind Lernpausen etwas anderes als erlaubte Prüfungsunterbrechungen.

Bei vollständigen Simulationen würde ich die vorgesehenen Prüfungsblöcke durchspielen. Die übrigen Lerneinheiten können kürzer sein und vernünftige Pausen enthalten. Dazu passen Pausen und Auszeiten und EQE Online.

Text überarbeitet am 28. September 2026.



Über Pausen und Auszeiten

Wenn man konzentriert an einer Aufgabe sitzt, kann die Zeit erstaunlich schnell vergehen. Trotzdem würde ich Pausen bei der Vorbereitung von Anfang an mitplanen. Eine Stunde, in der Du denselben Absatz nur noch zum dritten Mal liest, ist nicht automatisch eine gute Lernstunde.

Pausen beim Lernen

Probiere Lernabschnitte aus, nach denen Du noch vernünftig weiterarbeiten kannst. Ein fester Zeitpunkt oder der Abschluss einer Teilaufgabe kann als Anlass dienen. Du musst nicht warten, bis gar nichts mehr geht.

Die Pause sollte eine echte Abwechslung bieten. Nach langem Sitzen und Lesen kann ein kurzer Spaziergang angenehmer sein als der Wechsel vom Aufgabentext zum Nachrichtenbildschirm. Auch die bekannte Kaffeepause kann helfen, einen Lernvormittag zu gliedern.

Wenn Du gerade gut vorankommst, musst Du nicht nur deshalb abbrechen, weil eine bestimmte Minutenzahl vergangen ist. Umgekehrt bringt es wenig, Dich erschöpft bis zum nächsten geplanten Pausentermin durchzuquälen. Mit der Zeit merkst Du, welcher Rhythmus zu Deinen Lernaufgaben passt.

Und der Mittagsschlaf?

Wenn Dir eine kurze Ruhepause am Nachmittag guttut und sie sich einrichten lässt, kannst Du sie ruhig in Deinen Lernplan aufnehmen. Für mich wäre entscheidend, dass ich danach wieder vernünftig weiterarbeiten kann.

Achte deshalb darauf, wie Du Dich danach fühlst und ob eine solche Pause in Deinen Tagesablauf passt.

In der Prüfung gelten andere Bedingungen

Eine Lernpause darfst Du selbst planen. Eine Prüfungsunterbrechung richtet sich nach den Anweisungen. Für 2027 bestimmt der veröffentlichte Ablauf, dass außerplanmäßige Pausen grundsätzlich nicht erlaubt sind, sofern die Anweisungen nicht ausdrücklich etwas anderes vorsehen.

Übe daher auch vollständige Prüfungsteile ohne selbst eingefügte Unterbrechung und nutze die vorgesehenen Pausen zwischen den Teilen. Ein Trainingstag mit frei verteilten Pausen ist keine vollständige Simulation des Prüfungsablaufs.

Den Ablauf findest Du unter EQE Online. Für die Lernplanung gilt weiterhin: Erholung gehört in den Kalender und sollte nicht nur das sein, was nach allem anderen zufällig übrig bleibt.

Text überarbeitet am 28. September 2026.



Aller Anfang ist schwer

Man sitzt vor einer Aufgabe und findet erstaunlich viele Dinge, die vorher noch dringend erledigt werden müssten. Irgendwann ist der Abend vorbei und die Aufgabe liegt immer noch da. Wer diese „Aufschieberitis“ kennt, braucht dafür nicht erst einem bestimmten Lerntyp anzugehören.

Ich will Dir hier ein paar einfache Tricks vorstellen, mit denen Du Dir das Anfangen vielleicht etwas leichter machen kannst. Einen davon auszuprobieren ist jedenfalls hilfreicher, als sich den ganzen Abend über die eigene Aufschieberitis zu ärgern.

Eine vorhandene Routine nutzen

Überlege einmal, wie viele Dinge Du morgens erledigst, ohne jedes Mal einen neuen Entschluss zu fassen. Daran lässt sich anknüpfen: Nach dem Nachmittagskaffee löst Du beispielsweise eine Rechtsfrage oder arbeitest die Fehler aus der letzten Übung durch.

Wichtig ist, dass der nächste Schritt überschaubar ist. „Nach dem Kaffee bereite ich mich auf die EQE vor“ ist ein sehr großes Vorhaben. „Nach dem Kaffee bearbeite ich Frage 3 und notiere die Rechtsgrundlage“ lässt sich anfangen.

Wenn die Verknüpfung zu Deinem Alltag passt, wiederhole sie. Es muss nicht sofort eine mehrstündige Lernroutine werden.

Der Zehn-Minuten-Trick

Du verabredest mit Dir selbst, eine Aufgabe zehn Minuten lang konzentriert zu bearbeiten. Danach darfst Du aufhören. Das ist kein heimlicher Vertrag über einen ganzen Lernabend.

Oft ist der Einstieg das Unangenehmste. Sind die Unterlagen geöffnet und die ersten Gedanken notiert, fällt das Weitermachen leichter. Manchmal endet die Arbeit tatsächlich nach zehn Minuten. Dann weißt Du wenigstens, wo Du beim nächsten Mal ansetzt.

Formuliere die erste Handlung möglichst konkret. Bei M4 könnte sie lauten: „Ich lese den Mandantenauftrag und notiere die Beteiligten.“ Bei M3.1: „Ich kläre, welche Ansprüche verlangt sind.“ Auch das ist bereits Arbeit an der Prüfung.

Die passende Tageszeit finden

Beobachte, wann Du welche Aufgaben gut erledigen kannst. Vielleicht gelingt Dir das Lösen eines Falls morgens besser, während Du abends noch Fundstellen nacharbeiten kannst. Ein Plan gegen Deine tatsächlichen Kräfte hält selten lange.

Für die letzten Simulationen solltest Du trotzdem auch zu den vorgesehenen Prüfungszeiten arbeiten. Die Prüfung beginnt schließlich nicht automatisch zu Deiner persönlichen Lieblingszeit. So lernst Du rechtzeitig kennen, wie Du an einem solchen Vormittag zurechtkommst.

Wenn ein Plan wiederholt scheitert, ändere die Größe der Aufgabe, die Tageszeit oder die Umgebung. Dich jeden Abend über mangelnde Disziplin zu ärgern, löst das Problem selten.

Weitere Anregungen findest Du unter Zeitplanung und Unterbrechungen vermeiden.

Text überarbeitet am 28. September 2026.