Kategoriearchiv: Werkzeugkasten

Zum Bestehen der EQE braucht man eine gute Ausrüstung.

Niedrig hängende Früchte: Was Du für die EEP vorbereiten kannst

Mit „niedrig hängenden Früchten“ meine ich die kleinen, wiederkehrenden Arbeitsschritte, die man schon vor der Prüfung vorbereiten kann und für die man in der Prüfung vergleichsweise schnell Punkte bekommt. Eine vollständige Rechtskette zur Fristenberechnung gehört für mich ebenso dazu wie die genaue Fundstelle für eine Anspruchsänderung oder die kurze Kontrolle, ob die Rückbezüge der Ansprüche noch stimmen. Das sind selten die spektakulären Teile einer Lösung. Aber Kleinvieh macht bekanntlich auch Mist, und am Ende können genau solche Punkte den Unterschied ausmachen.

Ich habe mich bei meiner eigenen Vorbereitung immer gefragt, weshalb ich Dinge, die in praktisch jeder Übungsaufgabe wiederkehren, in der Prüfung jedes Mal neu zusammensuchen und formulieren sollte. Die knappe Zeit brauchte ich doch viel dringender für die Stellen, an denen ich tatsächlich nachdenken musste. Deshalb hatte ich mir für solche Routinearbeiten Vorlagen und Checklisten zusammengestellt. Ein guter Kommentar mit Querverweisen auf Artikel, Regeln, Richtlinien und Entscheidungen half mir dabei, die Rechtsketten vollständig zu bekommen.

Für die neuen Prüfungsteile lohnt sich dieser Gedanke weiterhin. Ich habe dazu die Prüferberichte der Aufgaben A bis D aus 2021 bis 2026 und die verfügbaren neuen Aufgaben durchgesehen und daraus 18 Bausteine als PDF zusammengestellt. Drei Beispiele möchte ich hier etwas genauer erklären, damit aus dem Vorlagenzettel auch ein brauchbares Werkzeug wird.

Die Frist steht fest – aber wie bist Du darauf gekommen?

Im Kanzleialltag reicht es manchmal, dem Kollegen das richtige Fristende zu nennen. In einer Prüfungsantwort soll dagegen erkennbar sein, wie Du zu diesem Ergebnis gekommen bist. Welche Frist läuft überhaupt, welches Ereignis löst sie aus und weshalb verschiebt sich das Ende möglicherweise noch? Das ist eine kleine Argumentationskette, deren Gerüst sich sehr gut vorbereiten lässt.

Nehmen wir ein vereinfachtes Übungsbeispiel nach dem Rechtsstand 2026: Ein Prüfungsbescheid trägt das Datum 12. Mai 2026, wird an diesem Tag elektronisch zugestellt und setzt eine Frist von vier Monaten. Zustellungsprobleme gibt es keine; der nächste Montag nach dem rechnerischen Fristende ist ein normaler Öffnungstag des EPA. Eine ausformulierte Antwort könnte dann so aussehen:

Der Prüfungsbescheid nach Art. 94(3) EPÜ gilt nach R. 127(2) EPÜ am 12. Mai 2026 als zugestellt. Die vom EPA nach R. 132 EPÜ bestimmte Erwiderungsfrist beträgt vier Monate. Nach R. 131(2), (4) EPÜ ergibt sich zunächst der 12. September 2026 als Fristende. Dieser Tag ist ein Samstag, sodass sich die Frist nach R. 134(1) EPÜ auf Montag, den 14. September 2026, verlängert. Bis dahin ist die Erwiderung einzureichen.

Auf meinem Vorlagenzettel stünde diese Reihenfolge bereits, mit freien Feldern für das Ereignis, die Dauer und die Daten. Ich müsste dann nicht bei jeder Aufgabe erneut überlegen, ob die Zustellung vor oder nach der eigentlichen Fristberechnung zu erklären ist und welche Vorschrift zur Wochenendverlängerung gehört. Gerade unter Zeitdruck ist das angenehm.

Wenn eine Frist bereits versäumt wurde, würde ich die passende Vorlage unmittelbar darunter legen: Welcher Rechtsverlust ist eingetreten, welche Abhilfe steht zur Verfügung, bis wann muss sie beantragt werden und was muss dafür nachgeholt oder bezahlt werden? Bei der Weiterbehandlung gehören die Gebühr und die versäumte Handlung für mich auf dieselbe Zeile. So wird aus „Weiterbehandlung ist möglich“ eine Antwort, mit der auch der Mandant etwas anfangen könnte. Mehr zum Aufbau findest Du in meinem Beitrag zur Fristenberechnung.

Ein solcher Zettel braucht allerdings einen erkennbaren Rechtsstand. Gerade bei der Zustellung hat sich einiges verändert: Den früheren pauschalen Zehntageszuschlag gibt es schon länger nicht mehr; weitere Änderungen treten nach ABl. EPA 2026, A27 am 1. April 2027 in Kraft. Maßgeblich für Deine Vorbereitung ist der für die jeweilige Prüfung vorgegebene Rechtsstand. Den solltest Du zusammen mit der verwendeten Richtlinienausgabe oben auf dem Blatt notieren; die Einordnung dazu findest Du im Allgemeinen Teil.

Beim Aufgabe-Lösungs-Ansatz die ganze Argumentation mitnehmen

Der Aufgabe-Lösungs-Ansatz ist ein weiteres gutes Beispiel. Gemeint ist die vom EPA verwendete strukturierte Prüfung der erfinderischen Tätigkeit: Ausgangspunkt bestimmen, Unterschiede und deren technische Wirkung herausarbeiten, daraus die objektive technische Aufgabe ableiten und schließlich prüfen, weshalb die beanspruchte Lösung nahelag oder eben nicht. Wer diese Reihenfolge vorbereitet hat, kann sich beim Schreiben auf die Technik konzentrieren.

Dass dabei auch die Zwischenschritte zählen, sieht man schön in M1 2026. Dort gab es im Freitextteil für die erfinderische Tätigkeit insgesamt 20 Punkte. Davon entfielen 1 Punkt auf das Ausgangsdokument, 3 Punkte auf die Begründung seiner Auswahl, 1 Punkt auf das Unterscheidungsmerkmal, jeweils 3 Punkte auf die technische Wirkung und die Aufgabe sowie 9 Punkte auf das Nichtnaheliegen. Das steht im Prüferbericht, Abschnitt 3.5.

In der Aufgabe ging es um ein Hydrocolloidpflaster mit Pektin. Eine nachvollziehbare Argumentation begann damit, D1 wegen des vergleichbaren Pflasters und des gemeinsamen Zwecks als Ausgangspunkt auszuwählen. Anschließend war Pektin als Unterschied zu benennen und zu erklären, dass es das Nachwachsen von Zellen und Gewebe strukturell unterstützt. Daraus ließ sich die Aufgabe einer verbesserten Wundheilung ableiten. Erst danach folgte die Auseinandersetzung damit, weshalb der Stand der Technik diese Lösung nicht nahelegte.

Der vorbereitete Teil ist hier das Gerüst der Argumentation. Die konkrete Wirkung und die Begründung zur Kombination der Druckschriften musst Du natürlich aus der Aufgabe gewinnen. Ich würde auf dem Zettel deshalb neben „Wirkung“ und „Nichtnaheliegen“ jeweils Platz für eine Fundstelle und einen kurzen technischen Erklärungssatz lassen. Das erinnert beim Ausfüllen ganz von selbst daran, dass etwa „D2 betrifft etwas anderes“ noch nicht erzählt, weshalb die Fachperson die dortige Lehre nicht zur Lösung der vorliegenden Aufgabe heranziehen würde.

Beim Üben lohnt es sich, den eigenen Text einmal genau mit dieser Punkteverteilung zu vergleichen. Vielleicht war die technische Überlegung schon richtig, aber die Auswahl des Ausgangsdokuments blieb unbegründet oder die Wirkung stand nur auf dem Schmierzettel. Dann lässt sich die Antwort häufig mit wenigen gezielten Ergänzungen deutlich verbessern. Zum vorherigen Sortieren der Merkmale kannst Du auch mein Analyseblatt für den B-Teil verwenden.

Kleine Angaben im Anspruch, die schnell verloren gehen

Manche Früchte hängen noch tiefer: Die erforderliche Information steht bereits vor Dir, muss aber vollständig in die Antwort übernommen werden. Ein gutes Beispiel liefert Aufgabe A 2026. Wer diese Aufgabe zunächst selbst lösen möchte, sollte den folgenden Absatz und die verlinkte Auswertung noch überspringen.

Beim dort erwarteten Erzeugnisanspruch ließ sich die Kochfläche über die Härte ihrer Beschichtung definieren. Zur vollständigen Parameterangabe gehörten aber auch die Messnorm ISO 14705 und deren Datum 31. Dezember 2016. Nach dem Prüferbericht A 2026 kostete das Weglassen der Norm 5 Punkte, das fehlende Datum 1 Punkt. Sobald man sich für die Härte als Anspruchsmerkmal entschieden hatte, war das Ergänzen dieser Angaben kaum noch Denkarbeit. Übersehen konnte man sie im Eifer des Gefechts trotzdem.

Auf meinem Kontrollzettel für Parameteransprüche stünden deshalb der Wert oder Bereich, die Einheit, soweit erforderlich, und die im Text angegebene Messmethode einschließlich ihrer Fassung. Beim abschließenden Durchsehen könnte ich diese Zeile direkt gegen den Anspruch halten. Ähnlich praktisch sind kurze Kontrollfragen zu Anspruchskategorie, Nummerierung und Rückbezügen. Nach mehreren Änderungen an einem Anspruchssatz bleiben dort gerne Reste einer früheren Fassung stehen.

Wie man solche Angaben bereits beim Lesen auffängt und in den Arbeitsplan übernimmt, zeige ich ausführlicher in „Die Hinweise stehen schon im Text: Aufgabe A 2026 mit System lesen“. Dort findest Du auch die markierten Aufgabentexte zum Vergleich.

Aus dem Vorlagenzettel muss Dein Werkzeug werden

Ich würde mit wenigen Bausteinen beginnen und sie bei den nächsten Übungsaufgaben tatsächlich benutzen. Wenn Du jedes Mal dieselbe Ergänzung von Hand dazuschreibst, gehört sie wahrscheinlich in die Vorlage. Wenn eine Formulierung dagegen ständig zum falschen Gedankengang verleitet, würde ich sie ändern oder entfernen. So entsteht mit der Zeit ein Blatt, auf dem Du Dich auch dann zurechtfindest, wenn die Uhr unangenehm schnell läuft.

Dabei würde ich vollständige Rechtsketten mit dem jeweiligen Prüfschritt verbinden, statt bloße Listen von Vorschriften anzulegen. Ein korrekt zitierter Artikel ist besonders hilfreich, wenn damit zugleich erklärt wird, weshalb im konkreten Fall eine bestimmte Handlung möglich, erforderlich oder verspätet ist. Eine feste Punktevergabe pro Artikel oder Regel lässt sich aus den Prüferberichten leider nicht ableiten. Die Beispiele zeigen aber durchaus, dass genaue Fundstellen, Zwischenschritte und vollständige Begründungen Punkte bringen beziehungsweise beim Fehlen zu Punktabzug führen können. Außerdem strahlen solche professionell formulierten Rechtsketten für mich eine gewisse Souveränität aus, die die Arbeit insgesamt vielleicht in einem besseren Licht dastehen lässt.

Das passt auch zu meiner Überlegungen zur Bewertung und Zeiteinteilung: Die Routine sollte möglichst wenig von der Zeit verbrauchen, die Du für die schwierigen Teile brauchst. Eine bekannte Fristenkette oder eine sauber vorbereitete Einleitung musst Du dann zügig ausformulieren können, während Du Dir für den entscheidenden Merkmalsvergleich mehr Luft lässt. Bei Auswahlfragen helfen die Prüfschritte ebenfalls beim Denken; das Einsammeln von Teilpunkten durch ausformulierte Begründungen betrifft dagegen die dafür vorgesehenen Freitextantworten.

Die Bausteine zum Herunterladen

Die Sammlung mit 18 Bausteinen enthält unter anderem Fristen, Weiterbehandlung und Wiedereinsetzung, Priorität und Teilpriorität, Teilanmeldungen, den Euro-PCT-Eintritt sowie Vorlagen für Neuheit, erfinderische Tätigkeit und Änderungsgrundlagen. Hinzu kommen kurze Gerüste für Einspruch und Einwendungen Dritter, die Einleitung einer Anmeldung und die abschließende Antwort auf die Mandantenfragen. Zu jedem Baustein findest Du die Rechtsgrundlagen und die Prüfungsbeispiele, an denen er sich orientiert.

Die Sammlung soll Dir die erste Fassung Deines eigenen Zettels erleichtern. Welche Bausteine Du besonders oft brauchst und wie ausführlich Du sie formulierst, merkst Du am besten beim Lösen der Aufgaben. Und wenn Dir dabei noch eine besonders schöne „niedrig hängende Frucht“ begegnet, freue ich mich über einen Hinweis!

Stand: 28. September 2026. Weitere Arbeitshilfen findest Du unter Free stuff.



Selbstorganisation: Nützliche Tools

Kennst Du das? Du sitzt in der U-Bahn und hast plötzlich eine gute Frage für die Lerngruppe im Kopf. Bis Du später am Schreibtisch sitzt, ist sie wieder weg. Ein Notizzettel kann helfen – sofern er nicht vorher selbst verschwindet.

Ich habe deshalb gern digitale Werkzeuge benutzt, um solche Gedanken gleich festzuhalten. Welche App Du dafür nimmst, ist für mich nicht die entscheidende Frage. Sie muss einfach genug sein, dass Du sie tatsächlich verwendest, und Du musst Deine Notizen später wiederfinden.

Eine einfache Aufgabenliste

Microsoft To Do hatte ich hier als Beispiel vorgestellt. Praktisch fand ich vor allem, dass ich einen Gedanken schnell notieren und später wieder aufgreifen konnte, etwa eine Idee für einen Blogbeitrag. Sonst ist die gute Idee manchmal schon verschwunden, bis man Zeit dafür hat.

Für die Prüfungsvorbereitung würde ich Aufgaben konkret formulieren: „Unterschied zwischen Weiterbehandlung und Wiedereinsetzung anhand von Fall X klären“ ist besser als „Fristen lernen“. Eine solche Liste funktioniert auch auf Papier oder in einer anderen Anwendung, die Du bereits beherrschst.

Ein Platz für Unterlagen und Fundstellen

Für ein elektronisches Notizbuch hatte ich Evernote als Beispiel gewählt. Bei einer solchen Ablage würde ich neben der Notiz immer auch die Quelle und den Anlass festhalten. Sonst findest Du später zwar eine schöne Zusammenfassung, weißt aber nicht mehr, ob sie zum aktuellen Rechtsstand oder zu einer alten Aufgabe gehört.

Kennzeichne deshalb Modul, Thema, Quelle und Stand. Trenne außerdem Deine eigene Erklärung von der offiziellen Regel. Ein Foto oder eine Sprachnotiz kann beim Sammeln helfen; auswerten und ordnen musst Du es anschließend trotzdem.

Gemeinsam den Überblick behalten

Trello habe ich als digitale Variante von Klebezetteln vorgestellt. Für eine Lerngruppe kann eine einfache Übersicht mit „offen“, „in Arbeit“ und „besprochen“ sinnvoll sein. Entscheidend ist, dass jede Aufgabe einen Verantwortlichen und ein klares Ergebnis hat.

Eine aufwendige Projektverwaltung für drei Personen würde ich daraus nicht machen. Wenn Ihr mehr Zeit in das System als in die Aufgaben steckt, ist es zu kompliziert.

Was Du davon in der Prüfung verwenden darfst

Die genannten Apps sind Beispiele für die Vorbereitung. Ob ein Angebot zu Dir passt, würde ich an Deinem Alltag festmachen: Kannst Du eine Notiz unterwegs schnell erfassen und später am Arbeitsplatz wiederfinden? Vielleicht erfüllt das Programm, das Du ohnehin benutzt, diesen Zweck schon.

Vor allem gilt: Eine praktische Lern-App ist deshalb noch kein zugelassenes Prüfungshilfsmittel. Für die EQE zählt, was in der Prüfungsumgebung und nach den aktuellen Anweisungen erlaubt ist. Bereite Deine Unterlagen so vor, dass Du unter diesen Bedingungen damit arbeiten kannst.

Mein Rat wäre, mit möglichst wenigen Werkzeugen anzufangen. Eine verlässlich geführte Liste und eine gut auffindbare Ablage reichen oft weiter als die nächste neue App.

Text überarbeitet am 28. September 2026.



Fristenberechnung

Fristen unter Zeitdruck richtig zu berechnen ist eine eigene Übung. Zu Hause erscheint der Rechenweg oft selbstverständlich; in der Prüfung fehlt plötzlich ein Zwischenschritt. Deshalb würde ich nicht nur Fristen auswendig lernen, sondern einen verlässlichen Ablauf einüben.

Erst den Auslöser klären

Welche Handlung ist erforderlich? Welche Rechtsgrundlage setzt die Frist? Beginnt sie mit einem Anmeldetag, einer Veröffentlichung, einer Zustellung oder einem anderen Ereignis? Erst wenn das feststeht, lohnt sich das Rechnen.

EPÜ- und PCT-Regeln solltest Du dabei auseinanderhalten. Eine ähnliche Handlung kann in unterschiedlichen Verfahren anderen Fristen oder Rechtsfolgen unterliegen. Auch eine im Sachverhalt gesetzte Frist ist etwas anderes als eine gesetzliche Frist.

Die Zustellung nicht nach alten Gewohnheiten berechnen

Die frühere Zehn-Tage-Zustellfiktion ist entfallen. Für die Zustellung sind heute die maßgeblichen Regeln 126 beziehungsweise 127 EPÜ einschließlich der Schutzvorschrift bei verspätetem Zugang heranzuziehen. Bei der Berechnung würde ich Zustellungsdatum und eine gegebenenfalls eingreifende Schutzvorschrift getrennt notieren; die Schutzvorschrift gewährt keine pauschale zusätzliche Sieben-Tage-Frist.

Danach berechnest Du das Fristende nach der einschlägigen Regel und prüfst eine mögliche Verlängerung, etwa nach Regel 134 EPÜ. Verwende für die Aufgabe die bereitgestellten Kalender und Angaben zu Schließtagen. Ein eigener Kalender ersetzt diese Angaben nicht.

Rechtsfolge und mögliche Rettung gehören dazu

Wenn eine Frist versäumt wurde, reicht „Weiterbehandlung möglich“ als Antwort meist nicht. Prüfe, ob der Rechtsbehelf für diese Frist überhaupt offensteht, welche Handlung nachzuholen ist, welche Gebühr anfällt und bis wann das geschehen muss.

Nach Regel 135 EPÜ wird Weiterbehandlung durch Zahlung der vorgeschriebenen Gebühr innerhalb von zwei Monaten nach der maßgeblichen Mitteilung beantragt; die versäumte Handlung ist in dieser Frist nachzuholen. Die gesetzlichen Ausschlüsse musst Du gesondert prüfen.

Bei der Wiedereinsetzung nach Regel 136 EPÜ genügt die alte Kurzform „zwei Monate nach Wegfall des Hindernisses“ nicht. Grundsätzlich gilt zusätzlich eine Jahresgrenze ab Ablauf der versäumten Frist; für bestimmte Fristen gelten Sonderregeln. Antrag, Begründung, Tatsachen, Gebühr und Nachholung der Handlung müssen zusammenpassen. Hinzu kommen die Voraussetzungen des Artikels 122 EPÜ.

Eine kurze Tabelle – mit den nötigen Unterschieden

Eine Fristenübersicht würde ich so anlegen, dass neben der Frist auch ihr Auslöser und die Rechtsgrundlage stehen. Bei der Prioritätserklärung lohnt es sich beispielsweise, die nachträgliche Erklärung und die Berichtigung getrennt aufzunehmen. Dann verschwinden die unterschiedlichen Voraussetzungen nicht hinter einer vermeintlich gemeinsamen Frist:

Vorgang bei einer europäischen Direktanmeldung Ausgangspunkt für die Prüfung
Nachträgliche Prioritätserklärung Regel 52 Absatz 2 EPÜ: 16 Monate ab frühestem beanspruchtem Prioritätstag
Berichtigung der Prioritätserklärung Regel 52 Absatz 3 EPÜ: gegebenenfalls die früher endende der beiden 16-Monats-Fristen; eine Berichtigung bleibt bis vier Monate ab dem zuerkannten Anmeldetag möglich
Vorzeitige Veröffentlichung beantragt Ausschluss nach Regel 52 Absatz 4 EPÜ zusätzlich prüfen

Das ist keine vollständige Fristentabelle. Bei Euro-PCT-Fällen und anderen Handlungen musst Du die jeweils einschlägigen Vorschriften verwenden. Lieber eine kleinere verlässliche Übersicht als eine große Tabelle, die wichtige Voraussetzungen weglässt.

Den Rechenweg schon vorbereiten

Eine Fristenberechnung gehört für mich zu den „niedrig hängenden Früchten“: Damit meine ich wiederkehrende Teile einer Antwort, für die ich die Reihenfolge und die Rechtsgrundlagen schon vor der Prüfung bereitlegen kann. Bei einer Monatsfrist nach dem EPÜ würde auf meinem Zettel beispielsweise folgendes Gerüst stehen:

Das fristauslösende Ereignis ist [Ereignis] am [Datum]. Die Frist beträgt [Anzahl Monate] nach [fristspezifische Vorschrift]. Nach Regel 131 Absätze 2 und 4 EPÜ ergibt sich zunächst der [Datum] als Fristende. [Gegebenenfalls: Wegen des Schließungstatbestands nach Regel 134 Absatz 1 EPÜ verlängert sich die Frist auf den [Datum].] Bis dahin sind [Handlung und gegebenenfalls Gebühr] zu erledigen.

Den Zustellungsschritt würde ich vor dieser Rechnung ergänzen, wenn gerade die Zustellung die Frist auslöst. Bei einem versäumten Termin folgt anschließend der passende Rechtsbehelf mit seiner eigenen Frist. So habe ich einen vertrauten Rechenweg und muss in der Prüfung vor allem noch entscheiden, welche Vorschrift und welche Tatsachen in die einzelnen Felder gehören. Die Sammlung enthält auch eigene Bausteine zur Weiterbehandlung und Wiedereinsetzung.

Meine damaligen Werkzeuge

In meiner damaligen Papierprüfung habe ich den alten Rechenschieber meines Vaters verwendet. Auf der Rückseite hatte ich Skalen für Monats- und Tagesfristen angebracht und mir die Verwendung vorher vom Prüfungssekretariat bestätigen lassen. Das war für mich eine praktische Lösung und ist inzwischen wohl ein kleines Stück Prüfungsgeschichte. Heute würde ich vor allem einen passenden Vorlagenzettel und den Zugriff auf die zulässigen Unterlagen so vorbereiten, dass der Rechenweg genauso zuverlässig von der Hand geht. Die Organisation der heutigen Prüfung beschreibe ich unter EQE Online.

Was ich Dir davon heute noch mitgeben würde: Bereite wiederkehrende Rechenschritte so vor, dass Du Dich unter Zeitdruck möglichst wenig verzettelst. Probiere Deinen Ablauf an mehreren Fällen aus, auch bei Monatsenden, Schließtagen und versäumten Fristen. In Deiner Antwort sollte der Korrektor anschließend sehen können, womit die Frist beginnt, wie Du gerechnet hast und wann sie endet.

Für 2027 ist grundsätzlich der Rechtsstand am 31. Oktober 2026 maßgeblich. Prüfe Deine Unterlagen nach diesem Stichtag noch einmal. Die heutigen Regeln stehen im EPÜ beim EPA; die genaue Prioritätsregel findest Du unter Regel 52.

Historischer Hinweis zu den Kalendern

Für den früheren D-Teil und die Vorprüfung gab es eine gesonderte Mitteilung zu den Kalendern aus 2013. Sie erklärt einen Teil meiner damaligen Vorbereitung. Bei heutigen Aufgaben arbeite ich mit den Kalendern und Angaben zu Schließtagen, die zu dieser Aufgabe gehören.

Text überarbeitet am 28. September 2026.



Prüfungsorte

Dieser Beitrag ist inzwischen ein historischer Rückblick. Als die EQE noch in großen Prüfungssälen geschrieben wurde, haben wir hier Erfahrungen mit den verschiedenen Prüfungsorten gesammelt: Wie kommt man hin, wie viel Platz hat man, und friert man womöglich den ganzen Tag? Mit der Online-Prüfung hat sich das natürlich erledigt. Ich habe die Sammlung trotzdem stehen gelassen, weil darin viele persönliche Erfahrungen stecken und sie auch ein ganz anschauliches Bild der damaligen Prüfung vermittelt. Deine Anreise oder Deinen heutigen Prüfungsplatz solltest Du danach aber nicht mehr planen.

Heute musst Du Dich stattdessen um Deinen eigenen Raum und die technische Ausstattung kümmern. Was dabei zu beachten ist, findest Du unter EQE Online. Die Saalpläne und anderen Unterlagen weiter unten gehören ebenso wie die Berichte zur damaligen Prüfung.

Die damalige Sammlung

Der Prüfungsort hat natürlich einen entscheidenden Einfluss auf die gesamte Prüfungsatmosphäre. Es kann einer erfolgreichen Prüfung kaum zuträglich sein, wenn z.B. die Anreise stressig ist, man keinen Parkplatz findet, es sehr kalt oder warm ist, oder der Platz am Tisch zu klein ist. Daher will ich hier die Erfahrungen und Berichte über die diversen Prüfungsorte sammeln und Dir so gut wie möglich wiedergeben.

Ich habe hier die Erfahrungsberichte aus den beiden „Surveys“ von 2014 und 2016 und meine eigenen Erfahrungen (ich selbst schrieb am M.O.C.) einfließen lassen.

Natürlich bin ich immer an Erfahrungen „aus erster Hand“ interessiert. Daher bist auch Du gefragt, zusätzliche Informationen zu den Prüfungsorten zur Verfügung zu stellen. Hinterlasse einfach einen Kommentar mittels des Kommentarfelds am Ende der Seite oder schicke mir eine Email. Ich freue mich über jeden Beitrag und Du hilfst damit auch Deinen Kollegen.

Häufige Themen bei der Prüfung

In der Regel ist die Erreichbarkeit und Beschilderung zu den Prüfungsräumen gut. Trotzdem sollte man sich je nach Prüfungsort früh die Frage stellen, ob man lieber mit dem Auto oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreist und wo man in der Nähe ein Hotel buchen kann. Auch beim Zugangs-Check (Zulassungsunterlagen und Ausweis nicht vergessen!) gibt es in der Regel nichts auszusetzen.

Anders sieht es schon beim zur Verfügung stehenden Platz aus, der von vielen immer wieder als „schlecht“ bezeichnet wird. Ein generelles Problem fast aller Prüfungsorte, da jedem Prüfling in der Regel nur ein Standardschreibtisch zur Verfügung steht und auch der Platz drumherum in der Regel nicht sehr groß ist. Die Prüfungsaufsicht erlaubt aus Gründen der Gleichbehandlung auch nicht, dass man die Nachbartische oder -Stühle benutzen darf wenn diese frei sind. Daher sollte man sich meine Tipps, die ich in meinem Beitrag „Ordnung auf dem Tisch“ vorstelle, sehr zu Herzen nehmen.

Ebenfalls ein wiederkehrendes Problem ist die Prüfungslautstärke. Wen das unvermeidliche Husten, „Papierkruscheln“ und sonstige übliche (und unübliche) Prüfungsgeräusche stören, der sollte sich früh angewöhnen seine Prüfungen mit Ohrenstopfen zu schreiben. Mir hat es sehr geholfen mich zu fokussieren. Manchen ist die Verwendung von Ohrenstopfen aber auch unangenehm, weil man manchmal das Rauschen des eigenen Bluts und den Herzschlag hören kann. Man sollte hier vorher verschiedene Stopfen durchprobieren, da es ganz unterschiedliche „Modelle“ gibt, z.B. aus Wachs und verschieden festen Schaumstoffmasterialien.

Die Toiletten sind ein weiteres Streitthema bei der EQE. Auch hier hängt der Zustand natürlich sowohl von der Gesamtzahl der Prüflinge, als auch dem Fortschritt der Prüfung ab. Letztlich versuchen die Organisatoren alles Menschenmögliche auch gegen Ende der Prüfung noch akzeptable Bedingungen anzubieten, aber es sind und bleiben eben „öffentliche Toiletten“ die durch häufige Benutzung nicht besser werden. Hinzu kommen mitunter lange Wege und unzureichende Anzahl, so dass man hier gehörig Zeit verlieren kann. Wenn möglich sollte man daher möglichst vorher im Hotel auf Toilette gehen und Toilettengänge in der Prüfung vermeiden.

Die Raumtemperatur wird ebenfalls immer wieder diskutiert. Da es unmöglich ist, für alle eine angenehme Raumtemperatur zur Verfügung zu stellen, wird es immer ein paar Prüflinge geben, denen der Raum zu warm oder zu kalt erscheint. Daher sollte man sich entsprechend vorbereiten: Wer oft friert, sollte einen Pullover, Halstuch oder ähnliches dabei haben, andere, denen es eher zu heiß ist, sollten darüber nachdenken zur Not nur im T-Shirt die Prüfung zu schreiben.

Ebenfalls sollte man beachten, dass, je nach Prüfungsort und Sitzplatz nicht immer die Uhren gut zu sehen sind. Daher nochmals mein Hinweis, sich für die Prüfung eine analoge Armbanduhr zu besorgen.

Es scheint so zu sein, dass zumindest in Berlin und München (MOC) Möglichkeiten geschaffen wurden das Smartphone abzugeben und somit nicht im Hotel lassen zu müssen. In Stockholm wiederum wurden die Telefone in Umschläge verpackt. Auf den ersten Blick eine gute Idee, allerdings waren wohl nicht alle Telefone abgeschaltet und vibrierten und läuteten während der Prüfung. An anderen Orten, wie z.B. Bristol oder Paris, scheint dieses neue Verfahren jedoch noch nicht Anwendung zu finden. Ich würde daher im Zweifel mit dem Prüfungssekretariat abklären, wie die Regelung an Deinem Prüfungsort ist.

Nachfolgend habe ich die beiden Umfragen bezüglich der Aussagen zu den Prüfungsorten ausgewertet, die in 2014 und 2016 zur EQE durchgeführt wurden.

  • Umfrage zur EQE 2014
  • Umfrage zur EQE 2016

Highlights in 2016

Vorweg ein paar interessante Berichte von den verschiedenen Prüfungsorten.

Anscheinend gab es in Bristol keine Heizung, so dass die Prüflinge im kalten Wind und bei Temperaturen zwischen 10° – 14°C ihre Prüfung ablegen mussten. Manche berichteten, dass ihre Finger am Ende der Prüfung so steif gefroren waren, dass sie kaum die Papiere umblättern konnten. Hinzu kamen Lärmbelästigungen aufgrund der nur unzureichend abgetrennten Toilette und der Verwendung von mobilen Wänden. Schon in 2014 gab es an dem Raum in Bristol, der unter der Tribüne eines Fußballstadions (!) eingerichtet und anscheinend nur mit dem Taxi gut zu erreichen ist, viel auszusetzen. In 2016  ging der Preis für den schlimmsten Prüfungsort aufgrund der nun noch schlechteren Bedingungen unangefochten nach Bristol.

In Madrid fand parallel zur Prüfung ein Friseur-Seminar statt. Dies führte unter anderem dazu, dass sich auf der einzigen Toilette (die Herrentoilette war außer Betrieb) manche die Haare wuschen und färbten.

In Bern brachte eine Aufsichtsperson durch ihr lautes Verhalten (vibrierendes Handy, Gespräche mit dem Nachbarn, lautes Kaffeetrinken) die Prüflinge zur Weißglut.

In Helsinki hingegen sind die Prüflinge entweder bestens gelaunt oder es ist wirklich einer der besten Prüfungsorte an dem man die EQE schreiben kann. Die ohnehin schon guten Bewertungen haben dort allesamt nochmals zugelegt. Dennoch geht der Preis für den besten Prüfungsort nach Taastrup (Dänemark). Denn dort gibt es, neben einem guten Raum, auch noch nette Aufsichtspersonen, eine entspannte Prüfungsatmosphäre, Essen und Getränke umsonst (!) und ein gutes Umfeld mit guten, preiswerten Hotels.

Schneefall in München am M.O.C. sorgte für Verspätungen der U-Bahn und dafür dass zumindest die Prüfung für den D-Teil 8 Minuten später begann.

In Paris mussten sich die Prüflinge mit überfüllten Metros herumschlagen und ihr Prüfungsort lag in einer nicht sehr ansprechenden Gegend, die nicht unbedingt dem Sicherheitsempfinden aller Teilnehmer entsprach.

Es fällt übrigens auf, dass die Zahl der Antworten in 2016 gegenüber 2014 rückläufig ist. Das ist schade, denn langfristig kann sich nur etwas ändern bzw. verbessern, wenn die Kandidaten in ausreichender Anzahl Rückmeldung an das Prüfungssekretariat geben.

Berlin

Nach Berlin gehen in der Regel weniger Kandidaten als nach München, entsprechend „familiärer“ ist die Atmosphäre.

Kurzbewertung Situation in 2014 (46 Antworten):

  • Erreichbarkeit & Beschilderung: Gut
  • Zugangscheck: Gut
  • Beleuchtung: Gut
  • Platzangebot: Befriedigend bis Gut
  • Akustik: Gut
  • Toiletten: Befriedigend bis Gut
  • Prüfungsraum insgesamt: Gut
  • Auffindbarkeit des Raumes: Sehr gut
  • Raumtemperatur: Für 85% „ideal“.

Kurzbewertung Situation in 2016 (und Veränderung) (42 Antworten):

  • Erreichbarkeit & Beschilderung: Gut bis Sehr gut (gegenüber 2014 verbessert)
  • Zugangscheck: Gut (unverändert)
  • Beleuchtung: Gut (leicht verschlechtert)
  • Platzangebot: Gut (leicht verbessert)
  • Akustik: Gut bis Sehr gut (verbessert)
  • Toiletten: Gut bis Sehr gut (verbessert)
  • Prüfungsraum insgesamt: Gut bis Sehr gut (verbessert)
  • Auffindbarkeit des Raumes: Sehr gut (unverändert)
  • Raumtemperatur: Für 95% „ideal“ (verbessert).

Individuelle Hinweise in 2014:

  • Gegen Ende der Prüfung war 2014 wohl recht verbrauchte Luft in dem Raum da die Belüftung ausgeschaltet werden musste.

Individuelle Hinweise in 2016:

  • Auch in 2016 beschwerten sich manche über verbrauchte Luft in dem Raum und schlechte Belüftung.
  • Anscheinend war es möglich in Berlin die elektronischen Geräte bei der Aufsicht abzugeben. Somit entfällt hier die lästige Frage „Wohin mit dem Smartphone?“ (Dennoch würde ich an Deiner Stelle vorher klären, ob diese Regelung in Deinem Prüfungsjahr immer noch gilt. Das gilt natürlich auch für alle anderen Prüfungsorte).
  • In Berlin ist anscheinend eine Kantine in der Nähe, die man z.B. für ein Mittagessen nutzen kann.
  • Anscheinend waren die Prüfungsräume schon früh zugänglich, so dass die Prüflinge früh ihre Bücher aufbauen und sich einen Kaffee in der nahen Cafeteria holen konnten.

Bern

Kurzbewertung Situation in 2014 (42 Antworten):

  • Erreichbarkeit & Beschilderung:Sehr gut
  • Zugangscheck: Sehr gut
  • Beleuchtung: Sehr gut
  • Platzangebot: Gut
  • Akustik: Gut
  • Toiletten: Gut
  • Prüfungsraum insgesamt: Gut
  • Auffindbarkeit des Raumes: Sehr gut
  • Raumtemperatur: Für 88% „ideal“.

Kurzbewertung Situation in 2016 (und Veränderung) (27 Antworten):

  • Erreichbarkeit & Beschilderung: Sehr gut (unverändert)
  • Zugangscheck: Sehr gut (unverändert)
  • Beleuchtung: Sehr gut (unverändert)
  • Platzangebot: Sehr gut (verbessert)
  • Akustik: Gut bis Sehr gut(verbessert)
  • Toiletten: Gut bis Sehr gut (verbessert)
  • Prüfungsraum insgesamt: Gut bis Sehr gut (verbessert)
  • Auffindbarkeit des Raumes: Sehr gut (unverändert)
  • Raumtemperatur: Für 97% „ideal“ (verbessert).

Individuelle Hinweise in 2014:

  • Für einige war die Raumtemperatur am Anfang gut, am Ende zu kalt.
  • Beim Platzangebot pro Prüfling gingen die Meinungen weit auseinander, manche empfanden das Platzangebot als vollkommend ausreichend, andere beschwerten sich über viel zu wenig Platz.
  • Man sollte genügend Wasser zur Prüfung mitnehmen.
  • Es wird empfohlen den guten öffentlichen Nahverkehr zu nutzen.

Individuelle Hinweise in 2016:

  • Es gab Beschwerden über eine Aufsichtsperson, die sich anscheinend nicht leise genug verhalten haben soll. (An dieser Stelle erneut mein Hinweis, dass Ohrenstopfen in der Prüfung hilfreich sind und die Konzentration fördern).
  • Die (Tages-)lichtverhältnisse und der Prüfungsraum wurden weitgehend gelobt.
  • Die Aufsichtspersonen waren in Teilen des Raumes nicht sehr deutlich zu hören.
  • Der Abstand zwischen den Reihen war nicht sehr groß, so dass sich manche Kandidaten durch andere Kandidaten gestört fühlten, die während der Prüfung vorbei gingen.

Bristol

Der Prüfungsort in Bristol ist, soweit ich es aus den Berichten erkennen konnte, ein Fußballstadion, bei der Raum unterhalb der Tribüne – mehr oder weniger gut – zu einem Prüfungsraum umfunktioniert wurde. Das Stadion scheint nicht sehr gut mit ÖPNV-Verkehrsmitteln erreichbar zu sein und auch innerhalb des Gebäudes gibt es Schwierigkeiten den Raum zu finden. Außerdem war es in 2016 empfindlich kalt in dem Raum.

Kurzbewertung Situation in 2014 (154 Antworten):

  • Erreichbarkeit & Beschilderung: Befriedigend
  • Zugangscheck: Gut
  • Beleuchtung: Gut
  • Platzangebot: Gut
  • Akustik: Gut
  • Toiletten: Gut
  • Prüfungsraum insgesamt: Gut
  • Auffindbarkeit des Raumes: Gut bis Sehr gut
  • Raumtemperatur: Für 92% „ideal“.

Kurzbewertung Situation in 2016 (und Veränderung) (174 Antworten):

  • Erreichbarkeit & Beschilderung: Gut (verbessert)
  • Zugangscheck: Gut bis Sehr gut (leicht verbessert)
  • Beleuchtung: Befriedigend bis Gut (verschlechtert)
  • Platzangebot: Befriedigend bis Gut (verschlechtert)
  • Akustik: Schlecht bis Befriedigend (verschlechtert)
  • Toiletten: Befriedigend (verschlechtert)
  • Prüfungsraum insgesamt: Sehr schlecht (stark verschlechtert)
  • Auffindbarkeit des Raumes: Gut (leicht verschlechtert)
  • Raumtemperatur: Für 99% „zu kalt“ (stark verschlechtert)

Individuelle Hinweise 2014:

  • In Bristol ist vor allem die schlechte Erreichbarkeit des Prüfungsortes (innerhalb eines Fußball-Stadions) aufgrund fehlender Anbindung an öffentlichen Nahverkehr ein Problem. Einige kamen per Taxi zum Prüfungsort. Auch Hotels oder Restaurants scheint es keine in der Nähe des Prüfungsortes gegeben zu haben, so dass man in Mittagspause zwischen A und B-Teil nicht zum Essen gehen konnte. Parkplätze waren allerdings zahlreich vorhanden.
  • Die Uhren in der Halle waren gut zu sehen.
  • Probleme gab es mit dem Trockner für die Hände in den Herrentoiletten, so dass man mit nassen Händen zum Tisch zurückkehrte.
  • Insgesamt waren wohl einige Beschwerden auch darauf zurückzuführen, dass 2014 die Prüfung an einem neuen Prüfungsort abgehalten wurde.
  • Manche hatte Probleme die Anweisungen des Prüfungsleiters zu verstehen.

Individuelle Hinweise 2016:

  • In 2016 empfanden fast alle Prüflinge die Temperatur im Raum viel zu kalt. Ein Prüfling fror trotz Ski-Jacke und mehreren Schichten Kleidung. Manche trugen sogar Handschuhe. Ein weiterer Prüfling gab an dass sein Thermometer 14,9 °C zeigte, ein anderer sprach sogar von 12,5 °C, einer sprach sogar von 10°C.
  • Die Toiletten waren nicht gut genug vom Prüfungsraum getrennt, so dass Geräusche, insbesondere die der Handtrockner, die Prüflinge störten.
  • Auch sonst war der Geräuschpegel in der Halle so hoch, dass manche Prüflinge Probleme hatten, die Aufsichtspersonen zu verstehen.
  • Es war wohl so, dass zur Abgrenzung des Prüfungsraumes mobile Wände eingesetzt wurden. Diese erfüllen zwar die Funktion eines Sichtschutzes, sind aber keine wirksame akustische Barriere. Somit wurde es zum Ende der Prüfung immer lauter, da sich anscheinend jenseits der Barriere Personen aufhielten, die sich lautstark verhielten.
  • An manchen Schreibtischen gab es sogar einen kalten Windzug, der so stark war, dass die Blätter vom Tisch geweht wurden.
  • Manche hatten erneut Probleme den Weg zum Prüfungsraum innerhalb des Gebäudes zu finden.
  • Nicht alle Kandidaten konnten die Uhren sehen.
  • Da von den Kandidaten verlangt wurde möglichst ohne Mobiltelefone zu erscheinen, war es schwierig nach der Prüfung ein Taxi zu rufen.

An dieser Stelle nochmals der Hinweis, dass offizielle Beschwerden zu den Prüfungsbedingungen innerhalb von 30 Minuten nach der Prüfung schriftlich bei der Prüfungsleitung eingereicht werden müssen.

Helsinki

Kurzbewertung Situation in 2014 (37 Antworten):

  • Erreichbarkeit & Beschilderung: Gut bis Sehr gut
  • Zugangscheck: Gut bis Sehr gut
  • Beleuchtung: Gut bis Sehr gut
  • Platzangebot: Gut bis Sehr gut
  • Akustik: Gut
  • Toiletten: Gut
  • Prüfungsraum insgesamt: Gut
  • Auffindbarkeit des Raumes: Gut bis Sehr gut
  • Raumtemperatur: Für 97% „ideal“.

Kurzbewertung Situation in 2016 (und Veränderung) (24 Antworten):

  • Erreichbarkeit & Beschilderung: Sehr gut (verbessert)
  • Zugangscheck: Sehr gut (verbessert)
  • Beleuchtung: Sehr gut (verbessert)
  • Platzangebot: Sehr gut (verbessert)
  • Akustik: Sehr gut (verbessert)
  • Toiletten: Gut bis Sehr gut (verbessert)
  • Prüfungsraum insgesamt: Gut bis Sehr gut (verbessert)
  • Auffindbarkeit des Raumes: Gut bis Sehr gut (unverändert)
  • Raumtemperatur: Für 92% „ideal“ (leicht verschlechtert)

Kurzbewertung Situation in 2016 (und Veränderung):

  • In Helsinki gab es eigentlich so gut wie keine Beschwerden.
  • Ein paar Bohrgeräusche außerhalb des Gebäudes.

Individuelle Hinweise 2016:

  • Die Tische hatten zum Teil eine unterschiedliche Größe. Insgesamt wurden die Tische aber als groß genug empfunden.
  • Baustellengeräusche außerhalb des Gebäudes.

Madrid

Kurzbewertung Situation in 2014 (69 Antworten):

  • Erreichbarkeit & Beschilderung: Gut
  • Zugangscheck: Gut
  • Beleuchtung: Gut
  • Platzangebot: Gut
  • Akustik: Befriedigend
  • Toiletten: Gut
  • Prüfungsraum insgesamt: Gut
  • Auffindbarkeit des Raumes: Gut bis Sehr gut
  • Raumtemperatur: Für 84% „ideal“.

Kurzbewertung Situation in 2016 (und Veränderung) (57 Antworten):

  • Erreichbarkeit & Beschilderung: Gut (unverändert)
  • Zugangscheck: Gut (unverändert)
  • Beleuchtung: Gut (unverändert)
  • Platzangebot: Gut (leicht verschlechtert)
  • Akustik: Gut (verbessert)
  • Toiletten: Gut (unverändert)
  • Prüfungsraum insgesamt: Befriedigend bis Gut (leicht verschlechtert)
  • Auffindbarkeit des Raumes: Gut (leicht verschlechtert)
  • Raumtemperatur: Für 75% „ideal“ (leicht verschlechtert).

Individuelle Hinweise 2014:

  • Madrid wurden die schmalen Tische bemängelt. Diese waren so schmal, dass keine zwei DIN A4-Blätter übereinander auf den Tisch passten (!) Außerdem waren die Tische mit einer weichen Tischdecke eingedeckt, so dass man auf einer weichen Unterlage schreiben musste. Insgesamt war der Raum eher wie der Vortragsraum in einem Hotel, nicht wie ein Prüfungsraum eingerichtet: Getränkeflaschen am Tisch, schmale Tische, weiche Unterlage, etc.
  • Es war auch einigen Prüflingen (14%) zu warm.
  • Da die Räumlichkeiten nur über Treppen zu erreichen waren, mussten die Prüflinge ihre Unterlagen die Treppen hinauf tragen. Insbesondere bei Teil-D keine Freude.
  • Viele Prüflinge beschwerten sich auch über die Lautstärke während der Prüfung. Anscheinend wurden vor dem Gebäude laute Arbeiten durchgeführt.

Individuelle Hinweise 2016:

  • Manche beschwerten sich über Temperatur, Lichtverhältnisse und Platzangebot.
  • Da die Tische die Form von Konferenztischen haben (siehe auch 2014), so wie man sie z.B. in Vortragsräumen in Hotels findet, sind sie recht breit, aber nicht sehr tief. Daher kann man keine zwei DIN A4-Blätter übereinander legen, sondern nur nebeneinander. Schlecht, wenn man z.B. in Teil C viele Dokumente miteinander vergleichen muss.
  • Es befand sich nur eine kleine Uhr im Raum.
  • Parallel fand anscheinend im Gebäude ein „Friseur-Meeting“ statt. Da außerdem die Herrentoilette geschlossen war, gab es Leute, die in der Toilette ihre Haare wuschen und färbten.
  • Erneut (siehe 2014) wurde bemängelt, dass es keine Aufzüge gab und man die eigenen Unterlagen einige Treppen hinauftragen musste.
  • Erneut (siehe 2014) wurde die weiche Tischunterlage bemängelt, die das Schreiben auf den Prüfungspapieren erschwert.
  • Immerhin gab es Wasserflaschen für die Prüflinge. Allerdings wurde auch hier bemängelt, dass es Glasflaschen und keine Plastikflaschen waren (sic!).
  • Die Stühle wurden als zu fest empfunden.
  • Es wurde bemängelt, dass die Aufsichtspersonen keine Mikrophone hatten.

München – DPMA (31 befragte Prüflinge)

Die Prüfungsräume im DPMA kennt der eine oder andere Prüfling noch von seiner Kandidatenzeit in seiner Ausbildung als deutscher Patentanwalt. Insgesamt ist die Zahl der zugelassenen Prüflinge hier überschaubar, so dass alles „entspannter“ zugeht, als in den großen Prüfungsorten. Ich empfehle allerdings öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen, da das Parken beim DPMA doch etwas schwierig bzw. in den umliegenden Parkhäusern teuer ist.

Kurzbewertung Situation in 2014 (31 Antworten):

  • Erreichbarkeit & Beschilderung: Sehr Gut
  • Zugangscheck: Sehr Gut
  • Beleuchtung: Gut
  • Platzangebot: Gut
  • Akustik: Gut
  • Toiletten: Gut
  • Prüfungsraum insgesamt: Gut
  • Auffindbarkeit des Raumes: Sehr gut
  • Raumtemperatur: Für 94% „ideal“.

Kurzbewertung Situation in 2016 (24 Antworten):

  • Erreichbarkeit & Beschilderung: Gut (leicht verschlechtert)
  • Zugangscheck: Gut (leicht verschlechtert)
  • Beleuchtung: Gut bis Sehr gut (leicht verbessert)
  • Platzangebot: Befriedigend (verschlechtert)
  • Akustik: Gut (leicht verbessert)
  • Toiletten: Befriedigend bis Gut (leicht verschlechtert)
  • Prüfungsraum insgesamt: Gut (leicht verschlechtert)
  • Auffindbarkeit des Raumes: Sehr gut (unverändert)
  • Raumtemperatur: Für 83% „ideal“ (leicht verschlechtert)

Individuelle Hinweise 2014:

  • Die Bedingungen im DPMA wurden durchgehend gelobt.
  • Es gab wohl ein paar Probleme mit den Jalousien. Da die Automatik nicht richtig funktionierte, wurden einige Prüflinge von der Sonne geblendet.
  • Eintritt in den Prüfungsraum wurde erst ca. 15 Minuten vor der Prüfung gewährt.

Individuelle Hinweise 2016:

  • In 2016 gab es nur sehr wenige zusätzliche Kommentare.
  • Der Tisch war manchen zu klein.
  • Im Vergleich zum MOC wurde positiv bemerkt, dass die geringere Zahl Menschen vorteilhaft sei.
  • Manche hätten sich bessere Hinweisschilder auf die Fahrstühle und das Stockwerk in dem die Prüfung stattfindet gewünscht.

Link zum DPMA in München.

München – M.O.C.

Das M.O.C. ist wohl der mit Abstand größte Prüfungsraum, den man sich für die EQE auswählen kann. Entsprechend hängen die meisten Probleme dort mit den vielen Menschen zusammen, die hier zusammenkommen. Ich persönlich habe aber die gute Erreichbarkeit mit dem Auto geschätzt. Da unter dem gesamte Zentrum eine Tiefgarage liegt, hat man keine Probleme einen Parkplatz zu finden. Aussteigen und mit dem Fahrstuhl hochfahren. Komfortabler geht es nicht. Allerdings ist der Spaß teuer: 10 € Parkgebühren pro Prüfungstag muss man schon rechnen (kann man aber steuerlich geltend machen: Quittung ausstellen lassen).

Schaut man sich die Umfragewerte an, so erkennt man, dass insgesamt das M.O.C. deutlich besser ist, als sein Ruf. Wenn Du dich also für ein anderes Prüfungszentrum beworben hast und dennoch zum M.O.C. eingeteilt wurdest, dann Kopf hoch, man kann auch hier eine gute Prüfung schreiben – sofern man ein paar einfache Regeln beachtet.

Kurzbewertung Situation in 2014 (490 Antworten):

  • Erreichbarkeit & Beschilderung: Gut
  • Zugangscheck: Gut
  • Beleuchtung: Gut
  • Platzangebot: Gut
  • Akustik: Gut
  • Toiletten: Gut
  • Prüfungsraum insgesamt: Gut
  • Auffindbarkeit des Raumes: Sehr gut
  • Raumtemperatur: Für 87% „ideal“.

Kurzbewertung Situation in 2016 (367 Antworten):

  • Erreichbarkeit & Beschilderung: Gut (unverändert)
  • Zugangscheck: Gut (unverändert)
  • Beleuchtung: Gut (unverändert)
  • Platzangebot: Gut (unverändert)
  • Akustik: Gut (unverändert)
  • Toiletten: Gut (unverändert)
  • Prüfungsraum insgesamt: Gut (unverändert)
  • Auffindbarkeit des Raumes: Sehr gut (unverändert)
  • Raumtemperatur: Für 83% „ideal“ (leicht verschlechtert).

Individuelle Hinweise 2014:

  • Die Luft in den Räumen wirkte stickig.
  • Fehlende Snacks wurden bemängelt.
  • Die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr ist nicht optimal.
  • Tische wurden als zu klein angesehen.
  • Auch der Freiraum zwischen den Tischen wurde bemängelt.
  • Uhren waren schlecht zu sehen.
  • Teures Parkhaus.
  • Manchen war es zu kalt.
  • Die weiten Wege zur Toilette waren ein Problem.

Individuelle Hinweise 2016:

  • Für einen Prüfling waren die Tische zu hoch, so dass er eine Sitzerhöhung in den anderen Tagen nutze.
  • Die Toiletten wurden als zu wenige für so viele Prüflinge empfunden.
  • Das Platzangebot wurde zuweilen als zu gering bemängelt.
  • Die Uhren waren nicht von überall zu sehen.
  • Die Instruktoren waren nicht überall zu verstehen.
  • Manchen war es zu kalt.
  • Die Distanz zwischen M.O.C. und ÖPNV wurde als zu groß empfunden.
  • Einige wünschten sich ein zusätzliches Warnsignal 15  Minuten vor Schluss (Anstatt nur 5 Minuten vor Schluss).
  • Aufgrund schlechter Wetterbedingungen (es schneite) begann die Prüfung für den D-Teil 8 Minuten später. Manche bemängelnden die ungerade Zahl, da somit die Berechnung der zur Verfügung stehenden Zeit erschwert wurde. (Ein Tipp: Einfach die eigene Armbanduhr entsprechend verstellen und nach dieser Uhr arbeiten…)
  • Manche bedauernden, dass es keinen Kaffee oder Brötchen-Verkauf im Gebäude gab. (Es gab – zumindest zu meiner Zeit – aber mal einen Getränke-Automaten mit Softdrinks.)
  • Manche scheinen immer noch nicht das Verbot von „digitalen Uhren und Weckern“ verstanden zu haben. Verboten sind meines Wissens auch analoge Wecker, da befürchtet wird, dass hier eine Lärmbelästigung durch Ticken und/oder unabsichtlichen Alarm ausgelöst werden kann. Bei Tischuhren bin ich mir nicht sicher und man wird wohl der Auslegung der Aufsichtspersonen ausgeliefert sein. Ich denke aber eher nicht, weil den Aufsichtspersonen nicht zugemutet werden kann, alle größeren Uhren darauf zu kontrollieren, ob sie nun einfache Uhren oder eben doch Wecker sind. Gerade bei den 500 Teilnehmern im M.O.C. könnte dies schnell ausarten.
  • Manche verstanden auch nicht das Verbot Handys selbst im ausgeschalteten Zustand in der Jackentasche mitzuführen. Diese Teilnehmer vergessen aber, dass man schließlich die Toiletten während der Prüfung aufsuchen und etwas heimlich nachschlagen könnte, wenn das Verbot dahingehend abgemildert würde, dass das Telefon ausgeschaltet bleiben, aber mitgeführt werden darf. Außerdem wurde (ähnlich wie in Berlin) auch in München die Möglichkeit angeboten sein Handy in einem gesicherten Bereich abzulegen und man musste es daher nicht im Hotel lassen.
  • Manche empfanden die Stühle als unkomfortabel.
  • Die Erreichbarkeit mit dem Auto wurde gelobt, aber die hohen Kosten (ca. 10 €/Tag) beanstandet.
  • Es schneite in 2016 zur Zeit der Prüfung, was den Weg von der U-Bahn-Haltestelle zum M.O.C. erschwerte.
  • Außerdem hatte die U-Bahn am 29. Februar 2016 Verspätung (Tipp: Genügend Zeit einplanen!).
  • Ein Prüfling fühlte sich durch den Locher des Nachbarn gestört und empfahl Locher in der Prüfung zu verbieten. (Vielleicht muss ich bald meine Tipps diesbezüglich ändern…).

Link zum M.O.C. München.

Paris

Kurzbewertung Situation in 2014 (150 Antworten):

  • Erreichbarkeit & Beschilderung: Gut
  • Zugangscheck: Gut
  • Beleuchtung: Gut
  • Platzangebot: Gut
  • Akustik: Befriedigend bis Gut
  • Toiletten: Befriedigend
  • Prüfungsraum insgesamt: Gut
  • Auffindbarkeit des Raumes: Sehr gut
  • Raumtemperatur: Für 94% „ideal“.

Kurzbewertung Situation in 2016 (109 Antworten):

  • Erreichbarkeit & Beschilderung: Gut (unverändert)
  • Zugangscheck: Gut (unverändert)
  • Beleuchtung: Gut (unverändert)
  • Platzangebot: Gut (unverändert)
  • Akustik: Befriedigend bis Gut (unverändert)
  • Toiletten: Befriedigend (unverändert)
  • Prüfungsraum insgesamt: Gut (unverändert)
  • Auffindbarkeit des Raumes: Sehr gut (unverändert)
  • Raumtemperatur: Für 94% „ideal“ (unverändert).

Individuelle Hinweise in 2014:

  • Auch hier empfanden die Kandidaten die Tische als zu klein.
  • Die Erreichbarkeit des Gebäudes im Stadtteil St. Ouen (Rue Godillot) scheint vor allem aus dem Pariser Zentrum nicht leicht zu sein. Die Verbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist anscheinend relativ schlecht und unzuverlässig. außerdem ist das Center nochmals 1 Kilometer von der Haltestelle entfernt. Selbst Pariser Prüflinge haben es vorgezogen, sich ein Hotel in St. Ouen zu nehmen.
  • Beklagt wurde mehrfach, dass vom Prüfungsort aus spielenden Kinder und andere Störgeräusche zu hören waren.
  • Außerdem gab es zu wenige Toiletten für die vielen Prüflinge.
  • Die Prüfungsleitung war schwer zu hören, da sie nicht die Mikrophone benutzte.
  • Auch die Uhren waren nicht für alle Prüflinge zu sehen.

Individuelle Hinweise in 2016:

  • Es gab erneut Beschwerden, dass der Raum mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht leicht zu erreichen ist. Der Prüfungsraum befindet sich, wie gesagt, in einem Vorort von Paris (im Stadtteil St. Ouen), der nicht zu den beliebtesten gehört. Einer der Prüflinge beschrieb die Situation so: „Es ist leichter Drogendealer zu finden, als anständige Restaurants.“
  • „Zu viele Menschen zur gleichen Zeit im gleichen Raum.“
  • Die Lichtverhältnisse waren nicht ideal. Die Beleuchtung wurde mehrfach bemängelt.
  • Die Toiletten waren zu klein.
  • Die Uhren waren nicht gut zu sehen.

Rom

Kurzbewertung Situation in 2014 (92 Antworten):

  • Erreichbarkeit & Beschilderung: Befriedigend
  • Zugangscheck: Gut
  • Beleuchtung: Gut
  • Platzangebot: Gut
  • Akustik: Gut
  • Toiletten: Gut
  • Prüfungsraum insgesamt: Gut
  • Auffindbarkeit des Raumes: Sehr gut
  • Raumtemperatur: Für 82% „ideal“, für 17% zu kalt

Kurzbewertung Situation in 2016 (58 Antworten):

  • Erreichbarkeit & Beschilderung: Befriedigend (leicht verschlechtert)
  • Zugangscheck: Gut (unverändert)
  • Beleuchtung: Gut (unverändert)
  • Platzangebot: Gut (unverändert)
  • Akustik: Gut (leicht verschlechtert)
  • Toiletten: Befriedigend bis Gut (leicht verschlechtert)
  • Prüfungsraum insgesamt: Gut (unverändert)
  • Auffindbarkeit des Raumes: Sehr gut (unverändert)
  • Raumtemperatur: Für 86% „ideal“ (leicht verbessert)

Individuelle Hinweise in 2014:

  • Ähnlich wie in Madrid fehlten Aufzüge (Prüfung war im 3. Stock).
  • Anbindung an öffentlichen Nahverkehr nicht so ideal.
  • Laute Hintergrundgeräusche von Klimaanlage und Lampen.

Individuelle Hinweise in 2016:

  • Erneut wurden die fehlenden Aufzüge bemängelt.
  • Manchen war es immer noch zu kalt.
  • Die Toiletten waren manchen zu dreckig.
  • Der Raum wurde von manchen als zu groß für die wenigen Prüflinge empfunden. Allerdings war dadurch genug Platz für alle.
  • Es scheint keine „Erfrischungen“ (z.B. Getränke, etc.) gegeben zu haben.
  • Manche beschwerten sich über störende Geräusche, evtl. aus der Lautsprecheranlage.

Stockholm

Kurzbewertung Situation in 2014 (69 Antworten):

  • Erreichbarkeit & Beschilderung: Gut
  • Zugangscheck: Gut
  • Beleuchtung: Gut
  • Platzangebot: Gut
  • Akustik: Gut
  • Toiletten: Gut
  • Prüfungsraum insgesamt: Gut
  • Auffindbarkeit des Raumes: Gut bis Sehr gut
  • Raumtemperatur: Für 84% „ideal“, für manche zu warm (14%)

Kurzbewertung Situation in 2016 (60 Antworten):

  • Erreichbarkeit & Beschilderung: Gut (leicht verbessert)
  • Zugangscheck: Gut bis Sehr gut (verbessert)
  • Beleuchtung: Gut (leicht verbessert)
  • Platzangebot: Gut (leicht verschlechtert)
  • Akustik: Gut (unverändert)
  • Toiletten: Gut (unverändert)
  • Prüfungsraum insgesamt: Gut (unverändert)
  • Auffindbarkeit des Raumes: Sehr gut (verbessert)
  • Raumtemperatur: Für 95% „ideal“ (verbessert)

Individuelle Hinweise in 2014:

  • Der Prüfungsort befindet sich im schwedischen Patentamt und ist daher leicht zu finden.
  • Die Lichtverhältnisse waren für manche nicht gut genug.
  • Manche hatten Schwierigkeiten die Uhren zu sehen.
  • Die Luft war verbraucht bzw. schlecht.
  • Weiter Weg zu den Toiletten.
  • Nur ein kleiner Aufzug.
  • Belüftungsgeräusche wurden als störend empfunden.

Individuelle Hinweise in 2016:

  • Es gab störende Außengeräusche, als auch Ventilatorgeräusche.
  • Manche Aufsichtspersonen waren sehr geizig mit dem Prüfungspapier und verweigerten den Prüflingen Nachschub.
  • Es gab im Raum ein störendes Blinklicht.
  • Die Aufsichtspersonen waren schwer zu verstehen.
  • Die Kaffeemaschinen wurden während der Prüfung gewartet, was einige Prüflinge ablenkte.
  • Ein Smartphone fing in der Prüfung an zu läuten. Anscheinend hatte man in Stockholm die Lösung gewählt, dass die Handys in Umschläge gepackt und im Raum aufbewahrt wurden. An sich eine gute Idee, allerdings waren manche Telefone nicht ausgeschaltet und vibrierten bzw. läuteten während der Prüfung.
  • Der ID-Check wurde anscheinend erst während der Prüfung durchgeführt, was einige Prüflinge störte.
  • Die Tische wurden als zu klein empfunden.
  • Es gibt anscheinend verschiedene Räume, in denen die Prüfung stattfindet. Im Raum „Canteen“ wurde die Beleuchtung als besser empfunden.
  • Die Luft war schlecht.

Taastrup

Kurzbewertung Situation in 2014 (41 Antworten):

  • Erreichbarkeit & Beschilderung: Gut
  • Zugangscheck: Gut
  • Beleuchtung: Gut
  • Platzangebot: Gut
  • Akustik: Gut
  • Toiletten: Gut
  • Prüfungsraum insgesamt: Gut
  • Auffindbarkeit des Raumes: Gut bis Sehr gut
  • Raumtemperatur: Für 93% „ideal“

Kurzbewertung Situation in 2016 (36 Antworten):

  • Erreichbarkeit & Beschilderung: Sehr gut (verbessert)
  • Zugangscheck: Gut bis Sehr gut (verbessert)
  • Beleuchtung: Gut bis Sehr gut (verbessert)
  • Platzangebot: Gut (ungefähr gleich)
  • Akustik: Gut bis Sehr gut (verbessert)
  • Toiletten: Gut bis Sehr gut (verbessert)
  • Prüfungsraum insgesamt: Gut bis Sehr gut (verbessert)
  • Auffindbarkeit des Raumes: Sehr gut (verbessert)
  • Raumtemperatur: Für 89% „ideal“ (leicht verschlechtert)

Individuelle Hinweise in 2014:

  • Auch hier wurde der zu kleine Schreibtisch beanstandet.
  • Draußen gab es wohl Bauarbeiten, die die Prüfung störten.
  • Es wurden außerhalb des Prüfungszentrums Erfrischungen gereicht.
  • Das Verlassen des Gebäudes war nach Dienstschluss schwierig, da die Aufzüge der Gebäude nur mit Sicherheitskarten funktionierten.

Individuelle Hinweise in 2016:

  • Eine Aufsichtsperson war so unaufmerksam, dass ein Prüfling (in der ersten Reihe sitzend) erst durch Rufen auf sich aufmerksam machen musste.
  • Anscheinend ein sehr angenehmer Prüfungsort: Süßigkeiten, Früchte, Getränke und Wasser standen zur Verfügung.
  • Sehr entspannte Atmosphäre.
  • Gute Hotels in der Nähe.
  • Die Beleuchtung wurde bemängelt.
  • Für manche etwas kalt.

Den Haag (134 befragte Prüflinge)

Kurzbewertung Situation in 2014 (134 Antworten):

  • Erreichbarkeit & Beschilderung: Sehr Gut
  • Zugangscheck: Sehr Gut
  • Beleuchtung: Gut
  • Platzangebot: Gut
  • Akustik: Gut
  • Toiletten: Gut
  • Prüfungsraum insgesamt: Gut
  • Auffindbarkeit des Raumes: Gut bis Sehr gut
  • Raumtemperatur: Für 92% „ideal“

Kurzbewertung Situation in 2016 (105 Antworten):

  • Erreichbarkeit & Beschilderung: Gut bis Sehr gut (leicht verschlechtert)
  • Zugangscheck: Gut bis Sehr gut (leicht verschlechtert)
  • Beleuchtung: Gut (unverändert)
  • Platzangebot: Gut (leicht verschlechtert)
  • Akustik: Gut (nahezu unverändert)
  • Toiletten: Gut (unverändert)
  • Prüfungsraum insgesamt: Gut (leicht verschlechtert)
  • Auffindbarkeit des Raumes: Gut (leicht verschlechtert)
  • Raumtemperatur: Für 87% „ideal“ (leicht verschlechtert)

Individuelle Hinweise in 2014:

  • Die „familiäre“ Atmosphäre wurde gelobt.
  • Auch hier wurden die Tische von vielen als zu klein empfunden.

Individuelle Hinweise in 2016:

  • Manchen war es zu kalt.
  • Ein Prüfling fühlte sich durch einen Nachbarn gestört, der in der Prüfung anscheinend ziemlich hörbar M&Ms aß.
  • Der Raum wurde als zu klein empfunden.
  • Manche empfanden es als unfair, dass einige Reihen fast leer und andere voll besetzt waren.
  • Das Englisch der Aufsichtsperson war schlecht.
  • Durch die Umbauarbeiten am Gebäude war der Prüfungsraum nicht ganz so leicht zu finden.
  • Die Größe der Tische war anscheinend unterschiedlich. Die Tische am Rand waren größer als jene in der Mitte des Raumes.

Quellen:

Habt ihr Ergänzungen oder Änderungsvorschläge? Dann hinterlasst einfach einen Kommentar mittels des Kommentarfelds am Ende der Seite oder schickt mir eine Email. Ich freue mich über jeden Beitrag und ihr helft damit euren Kollegen enorm.


Bücher und Kommentare

Ein gutes Nachschlagewerk kann Dir in der Vorbereitung viel Zeit sparen. Es muss aber zu Deiner Arbeitsweise passen. Ich würde deshalb nicht einfach den dicksten Kommentar kaufen, sondern mit ein paar typischen Fragen ausprobieren, wie gut Du darin zum Ergebnis kommst.

Hier habe ich meine Erfahrungen mit den damals verwendeten Büchern und Kommentaren zusammengestellt. Vielleicht hilft Dir das bei der Auswahl. Für einen heutigen Kauf würde ich daneben die aktuelle Auflage, die Art der Aktualisierung und die Handhabung an ein paar typischen Prüfungsfragen vergleichen.

Einführungen und Fragenbücher

Für die heutige Vorbereitung habe ich Arlett Großmanns „Verfahrenspraxis EPÜ und PCT: Übersichten – Praxistipps – Entscheidungspfade zum EPÜ, PCT und Einheitspatent“* in die Liste aufgenommen. Übersichten und Entscheidungspfade können Dir helfen, Artikel und Regeln im Zusammenhang zu lernen. Eine ausführlichere Einführung in diese Art von Literatur findest Du unter Einleitende Literatur.

Historischer Rückblick: Tobias Bremi habe ich damals als verständlichen Einstieg in das europäische Verfahren gelesen. Mir gefielen der zusammenhängende Aufbau und die Kontrollfragen. Günter Galls „Die europäische Patentanmeldung und der PCT in Frage und Antwort“ ergänzte diesen Zugang durch konkrete Fragen mit ausführlichen Antworten. Die von mir verwendeten Ausgaben sind heute veraltet; Galls Ausgabe stammt aus 2011. Als Erfahrung aus meiner damaligen Vorbereitung möchte ich die Bücher hier trotzdem noch erwähnen.

EPÜ und PCT gezielt nachschlagen

Vissers „The Annotated European Patent Convention“ war für mich vor allem ein Nachschlagewerk. Ich würde es nicht wie einen Roman von vorne nach hinten lesen. Sein Nutzen lag für mich darin, zu einer konkreten Frage die einschlägigen Vorschriften und Zusammenhänge zu finden.

Eine heute sehr präsente Alternative ist Jelle Hoekstras „References to the European Patent Convention“. Ich habe dieses Werk nicht selbst in meiner damaligen EQE benutzt; deshalb möchte ich hier nicht so tun, als könnte ich aus eigener Prüfungserfahrung einen Sieger zwischen beiden ausrufen. Der Aufbau ist aber deutlich anders. Hoekstra stellt die Regeln an den passenden Stellen zu den Artikeln, bindet zahlreiche Richtlinienfundstellen, ausgewählte Entscheidungen, Nebenbestimmungen, den Euro-PCT-Weg sowie viele Tabellen und Flowcharts ein. Wer gern von einer Vorschrift aus möglichst viele zugehörige Fundstellen unmittelbar vor Augen hat, kann damit schneller zurechtkommen als mit einem kompakteren Kommentar.

Wenn Du die Möglichkeit hast, würde ich Visser und Hoekstra nicht nach Umfang oder Rezensionen auswählen, sondern mit denselben drei oder vier Fragen testen. Nach einer halben Stunde merkst Du meist recht gut, in welchem System Du eine Frist, einen Rechtsbehelf oder eine Ausnahme schneller wiederfindest. Die Hoekstra-Ausgabe für die EQE 2027 ist für den Herbst 2026 angekündigt; prüfe beim Kauf deshalb, welche Ausgabe Du tatsächlich vor Dir hast.

Historischer Rückblick: Malte Köllners „PCT-Handbuch“ war für mich eine Arbeitshilfe für die Frage „Wo steht was im PCT?“. Die damalige Ausgabe ist inzwischen veraltet. Aus diesem Umfeld ist inzwischen der wesentlich umfassendere „Annotated PCT“ von Barbara Heidecke, Thomas Henninger, Malte Köllner und Piotr Wierzejewski hervorgegangen. Er kommentiert den PCT artikel- und regelweise und verbindet Rechtsgrundlagen, Querverweise und praktische Erläuterungen. Die 2025er Fassung wurde durch ein Supplement bis zu den für 2026 relevanten Änderungen ergänzt; eine zweite Auflage ist für November 2026 angekündigt. Für eine schnelle einzelne Fundstelle ist ein solches Großwerk nicht automatisch die beste Lösung, für ein tieferes Verständnis schwieriger PCT-Fragen kann es aber sehr hilfreich sein.

Auch die Sprache kann eine Rolle spielen. Wenn Du auf Deutsch schreibst, hilft eine vertraute deutsche Formulierung. Das bedeutet aber nicht, dass das Abschreiben eines Artikels die Anwendung auf den Fall ersetzt.

Neuere Arbeits- und Prüfungsnachschlagewerke

Zwischen dem klassischen Kommentar und den eigenen Notizen gibt es inzwischen einige Werke, die von vornherein stärker auf die Arbeit unter Zeitdruck zugeschnitten sind. Die folgenden Titel habe ich nicht selbst in meiner damaligen Prüfung benutzt. Ich ordne sie deshalb nach ihrem Aufbau und dem heutigen Angebot ein, nicht als persönliche Rangliste.

Ignacio Lobatos „EPC Handbook“ und das „PCT & UP Handbook“ verfolgen genau diesen prüfungsnahen Ansatz. Statt einer langen Kommentierung entlang jeder einzelnen Vorschrift werden wiederkehrende Verfahrensfragen wie Fristen, Rechtsbehelfe, Gebühren, Priorität, Änderungen oder Vertretung zusammengeführt. Die 2026er Ausgaben sind ausdrücklich auf die EQE 2027 ausgerichtet. Wenn Du beim Lösen eher von der Frage „Was muss ich in dieser Situation tun?“ als von einer bestimmten Artikelnummer ausgehst, kann diese Ordnung gut passen.

Einen anderen Weg gehen EPC.App und PCT.App. Dahinter stehen elektronisch bearbeitbare Kommentare, in die Du eigene Anmerkungen einfügen kannst, ohne sie beim nächsten Update zu verlieren. Aus der persönlichen Fassung lässt sich wiederum eine druckbare PDF- oder Print-on-Demand-Version erzeugen. PCT.App ist seit September 2026 ausdrücklich für die EQE 2027 aktualisiert; die EPC.App-Ausgabe vom April 2026 ist für die Vorbereitung auf 2027 vorgesehen. Interessant finde ich daran weniger das Wort „App“ als die Möglichkeit, während der Vorbereitung ein eigenes, mitwachsendes Nachschlagewerk aufzubauen. Für die Prüfung selbst musst Du natürlich mit den dann zulässigen Hilfsmitteln arbeiten.

Für deutschsprachige Kandidaten können außerdem die „EPÜ-, EPGÜ- und PCT-Tabellen“ von Gabriel, Renz und Stingl interessant sein. Sie ordnen Verfahrenshandlungen, Fristen, Gebühren, Rechtsgrundlagen und Möglichkeiten zur Mängelbeseitigung in miteinander verknüpften Tabellen und Rechtsketten. Die 15. Auflage mit Rechtsstand September 2026 ist derzeit für Dezember 2026 angekündigt. Ich würde deshalb nicht versehentlich noch eine ältere Ausgabe als „aktuell für 2027“ kaufen, sondern den Erscheinungstermin im Auge behalten.

Meine Erfahrungen mit dem Kley-Kommentar

Mit dem Kley-Kommentar zum EPÜ habe ich in meiner Vorbereitung besonders gern gearbeitet. Mir gefiel, dass ich Artikel, Regeln und weitere Fundstellen gut zusammen nachschlagen konnte. Ob Dir derselbe Aufbau liegt, würde ich einfach an ein paar Fragen ausprobieren. Vielleicht kommst Du mit einem anderen Kommentar besser zurecht.

Die aktuellen Angebote zu Ergänzungslieferungen und digitalen Fassungen findest Du beim jeweiligen Anbieter.

Auf meinem damaligen Prüfungstisch nahmen die Ordner allerdings ziemlich viel Platz ein. Deshalb würde ich auch heute vor einer Entscheidung ausprobieren, wie sich mit der gewählten Ausgabe am vorgesehenen Arbeitsplatz arbeiten lässt und ob sie unter den aktuellen Prüfungsbedingungen nutzbar ist.

Breitere Kommentare und praktische Arbeitshilfen

Den Schulte* habe ich zur Vorbereitung genutzt, aber nicht in meiner damaligen Prüfung. Für ausführlichere Hintergründe war der breitere Zugang interessant. Bei einer EQE-Antwort muss man jedoch sorgfältig unterscheiden, ob gerade deutsches Recht, das EPÜ oder eine persönliche Auffassung erläutert wird. Der Link führt zu dem heute von mir ausgewählten Angebot; meine damaligen Erfahrungen beziehen sich auf die früher verwendete Ausgabe.

Auch Singer/Stauder* gehört zu meiner Sammlung breiterer EPÜ-Kommentare. Bevor Du Dir ein solches Werk anschaffst, würde ich an ein paar konkreten Fragen ausprobieren, wie gut Du damit zurechtkommst und ob Du diese Tiefe für Deine Vorbereitung brauchst.

Die Tabellen, Checklisten und Formulierungsvorschläge in der damaligen „Verfahrenspraxis EPÜ und PCT“ von Gruner und Großmann gefielen mir schon bei meiner Besprechung des 2016 erschienenen Werks. Das oben verlinkte Angebot von Arlett Großmann ersetzt diese alte Literaturangabe für eine heutige Anschaffung.

Historischer Rückblick: „Procedural Law under the EPC“ gehörte ebenfalls zu meinen damaligen Literaturhinweisen. Die damals genannte Ausgabe ist veraltet. Mulders „The Cross-Referenced Patent Cooperation Treaty“ bleibt als weiterer Titel in der Sammlung. Bei beiden ist die konkrete Ausgabe entscheidend, wenn Du mit ihren Verfahrensangaben arbeiten möchtest.

Was ich vor einer Anschaffung fragen würde

Deckt das Werk Dein Thema und den benötigten Rechtsstand ab? Findest Du eine Vorschrift auch unter Zeitdruck? Sind Ergänzungen nachvollziehbar? Passt die Ausgabe zu den zugelassenen Hilfsmitteln? Hast Du überhaupt Zeit, Dich mit einem neuen System vertraut zu machen?

Ein guter Kommentar kann Dir das Nachschlagen erheblich erleichtern. Ob Du die gefundene Stelle auch richtig auf den Fall anwenden kannst, merkst Du aber erst beim Lösen einer Aufgabe. Nimm deshalb neben dem Kommentar immer wieder die offiziellen Rechtsquellen und die Prüferberichte zur Hand.

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Text überarbeitet am 20. Oktober 2026.



Wie viel Zeit brauche ich zur Vorbereitung?

„Wie viel Zeit muss ich für die EQE einplanen?“ Die einzige ehrliche Antwort lautet zunächst, ganz nach dem Anwaltsklischee: Es kommt darauf an!

Auf Dein Vorwissen, die gewählten Module, Dein Lerntempo und darauf, wie viel verlässliche Lernzeit neben dem Beruf tatsächlich übrig bleibt. Eine pauschale Stundenzahl für die gesamte frühere EQE würde ich deshalb nicht als Plan für F oder ein einzelnes M-Modul verwenden.

Was ich aus meiner eigenen Vorbereitung mitgenommen habe: Man unterschätzt leicht die Zeit, die neben dem eigentlichen Lösen gebraucht wird. Eine Übung ist nicht mit der Abgabe fertig. Die Nachkorrektur, das Nachlesen und die Überarbeitung der eigenen Hilfsmittel gehören dazu.

Früh anfangen und das richtige Ziel wählen

Kläre Registrierung und Zulassung frühzeitig. Danach schaust Du Dir die Aufgaben an, die für Deinen Weg anstehen. F verlangt eine andere Vorbereitung als M3.1, und für M4 musst Du über die Beantwortung einzelner Rechtsfragen hinaus zur Beratung kommen.

Wenn Du schon Prüfungen im alten System bestanden hast, sieh Dir die Befreiungen und ihre Laufzeit an. Auch beim intensiven Weg solltest Du vorher wissen, worauf Du Dich einlässt: Du kannst dort nicht einfach einzelne Aufgaben aus der Anmeldung herausnehmen, wenn Dir die Vorbereitung später doch zu viel wird. Diese Bedingungen würde ich deshalb klären, bevor ich meinen Lernplan aufstelle.

Deinen Ausgangspunkt messen

Nimm eine aktuelle Aufgabe oder einen überschaubaren Teil daraus. Bearbeite ihn zunächst ohne Zeitdruck, aber ohne sofort in die Lösung zu schauen. So erkennst Du, ob Dir Wissen, Verständnis oder vor allem Routine fehlt.

Danach folgt eine Übung mit Zeitlimit. Wenn die unbeschränkte Antwort gut ist und die zeitbegrenzte unvollständig bleibt, brauchst Du nicht zwangsläufig noch ein Lehrbuch. Vielleicht musst Du schneller Fundstellen finden, knapper schreiben oder früher von der Analyse zur Antwort wechseln.

Lernzeit konkret eintragen

„Am Wochenende lerne ich“ klingt nach einem Plan und ist häufig keiner. Trage ein, welche Aufgabe Du wann bearbeitest und wann Du sie nacharbeitest. Berücksichtige Arbeit, Familie, Erholung und Tage, an denen etwas dazwischenkommt.

Eine M3.1-Simulation dauert 2027 beispielsweise 2 Stunden und 50 Minuten. Danach brauchst Du einen eigenen Termin für den Vergleich mit der Lösung und die Auswertung. Für M3 gehört außerdem das Zusammenspiel der drei erforderlichen Teile zur Vorbereitung; ein guter Einzeltest sagt noch nicht alles.

Ich würde zunächst für einige Wochen planen und danach prüfen, ob die Annahmen stimmen. Ein Kalender, der nur unter idealen Bedingungen funktioniert, wird im Alltag schnell zur Quelle schlechten Gewissens.

Hilfsmittel während der Arbeit entwickeln

Lege Fragen, Fundstellen und Formulierungshilfen so ab, dass Du später weißt, wofür sie gedacht waren. Bei einer Fristenfrage kann daraus beispielsweise eine Checkliste für Auslöser, Berechnung, Rechtsfolge und möglichen Rechtsbehelf werden.

Versuche aber nicht, vor der ersten Übung die perfekte Sammlung zu bauen. Die Aufgaben zeigen Dir, welche Hilfen Du wirklich brauchst. Eine übersichtliche Seite, die Du sicher verwendest, kann wertvoller sein als ein Ordner, in dem Du lange suchst.

Lerngruppe und Mentor sinnvoll nutzen

Eine Lerngruppe hilft besonders beim Gegenlesen und beim Erkennen eigener blinder Flecken. Nicht jeder muss ständig gemeinsam lernen. Vereinbart konkrete Aufgaben und besprecht die Stellen, an denen Eure Antworten voneinander abweichen.

Ein Mentor mit Erfahrung im aktuellen Format kann zusätzliche Orientierung geben. Das muss kein bestimmtes Alter oder Abschlussjahr sein. Entscheidend ist, dass er die heutigen Anforderungen kennt und auch eine vermeintlich dumme Frage ohne großes Theater beantwortet.

Unverbrauchte Aufgaben aufheben

Ich würde mir von Anfang an einige Aufgaben für eine spätere Simulation zurücklegen und sie bis dahin möglichst nicht näher ansehen. Wenn Du die Musterlösung schon durchgearbeitet hast, erinnerst Du Dich vielleicht noch Monate später an den entscheidenden Knackpunkt. Du kannst aus der Aufgabe dann immer noch etwas lernen. Ob Du denselben Punkt in einer unbekannten Aufgabe rechtzeitig gefunden hättest, weißt Du damit aber noch nicht.

Bei einer Simulation hältst Du die tatsächlichen Zeiten, erlaubten Hilfsmittel und Pausen ein. Für 2027 gehört das Arbeiten ohne Vorabausdruck dazu. Ein kurzer Blick ins Internet oder eine zusätzliche Pause kann beim Lernen sinnvoll sein; beim Leistungstest verändert er die Bedingungen.

Interessanterweise empfiehlt inzwischen auch der Vorbereitungsleitfaden des EPA ausdrücklich, einige der begrenzt verfügbaren Aufgaben für die Zeit näher an der Prüfung aufzuheben.

Zeit für den letzten Feinschliff lassen

Ich habe aus Vorbereitungskursen besonders viel mitgenommen, wenn ich schon eigene Lösungsversuche und konkrete Fragen mitbrachte. Plane danach noch Zeit ein, um die erkannten Lücken zu schließen. Ein Kurs kurz vor der Prüfung kann sonst viele gute Hinweise liefern, die Du nicht mehr einüben kannst.

Für eine konzentrierte Lernphase kann ein fester ruhiger Arbeitsplatz helfen. Es muss nicht gleich der Rückzug in ein Kloster sein, auch wenn ich diese Möglichkeit früher durchaus ernst gemeint habe. Entscheidend ist, dass Deine Umgebung und Dein Plan zusammenpassen.

Mein Maßstab wäre am Ende nicht die Zahl der abgesessenen Stunden: Kannst Du die erforderlichen Aufgaben mit den zugelassenen Mitteln in der vorgegebenen Zeit zuverlässig bearbeiten? Daran solltest Du Deinen nächsten Lernschritt ausrichten.

Der Vorbereitungsleitfaden des EPA

Das EPA hat inzwischen einen recht ausführlichen Leitfaden zur Vorbereitung auf die EQE. Er ist mehr als eine Sammlung von Literaturhinweisen. Besonders interessant finde ich den Gedanken, die Vorbereitung über die Ausbildungszeit hinweg aufzubauen, anstatt erst im letzten Jahr mit eigentlichem Klausurtraining anzufangen.

Im ersten Jahr stehen EPÜ und PCT sowie F im Vordergrund. Gleichzeitig empfiehlt der Leitfaden schon dort, Fähigkeiten zu entwickeln, die später in M1 und M3 gebraucht werden: Informationen aus einem Mandantenschreiben herausarbeiten, Ansprüche entwerfen, Änderungen und Argumente entwickeln und sich – soweit möglich – auch mit Angriffen auf fremde Schutzrechte beschäftigen. Im zweiten Jahr rücken M1 und M2 stärker in den Vordergrund. Die praktische Arbeit an Ansprüchen, Verteidigung und Angriff soll daneben weiterlaufen. Im dritten Jahr folgt dann die gezielte Vorbereitung auf M3 und M4 mit vollständigen Aufgaben und Arbeiten unter Zeitdruck.

Das würde ich nicht als starren Dreijahresplan verstehen. Wer später einsteigt, Befreiungen hat oder mehrere Aufgaben in einer Sitzung schreiben möchte, braucht zwangsläufig einen anderen Ablauf. Der Grundgedanke gefällt mir aber: Die einzelnen Prüfungen bauen aufeinander auf, und auch die Vorbereitung sollte das tun. Ein Anspruchsentwurf wird nicht dadurch zuverlässig, dass wir ihn erst einige Monate vor M3.1 zum ersten Mal üben.

Einen Rat aus dem Leitfaden finde ich besonders praktisch: Verbrauche nicht alle verfügbaren Aufgaben zu früh. Es gibt nur eine begrenzte Zahl wirklich unbekannter Prüfungsfälle. Einige davon solltest Du für die letzten Monate aufheben, wenn Du wissen möchtest, ob Deine Methode auch ohne Erinnerung an eine Musterlösung funktioniert. Genau deshalb unterscheide ich beim Lernen zwischen einer Aufgabe, an der wir etwas ausprobieren, und einer Aufgabe, mit der wir unseren tatsächlichen Stand testen.

Die derzeit verfügbare Fassung ist die 14. Auflage vom Oktober 2025. Auf der EPA-Seite ist eine Ausgabe 2026 bereits angekündigt, aber noch nicht eingestellt. Achte deshalb beim Herunterladen auf den Stand. Der Leitfaden ersetzt außerdem nicht die aktuellen Prüfungsregeln und Mitteilungen.

Text überarbeitet am 20. Oktober 2026.


Zeitlinien-Übersicht: Zeitränge und Schutzrechte im Blick

Bei einer umfangreichen Aufgabe mit vielen Zeiträngen kann man leicht den Überblick verlieren, wenn man sich Daten und Schutzrechte nur einzeln notiert. Ich habe dafür eine Zeitlinien-Übersicht verwendet, mit der ich die Informationen besser miteinander in Verbindung bringen konnte. Besonders bei einer Beratungsaufgabe wie M4 finde ich diese Methode hilfreich. Eine kleinere Fassung kann aber auch bei einer M2-Frage mit mehreren Anmeldungen oder Prioritäten nützlich sein.

Mein Beispiel stammt aus DII 2014. An der Zeichnung lässt sich noch immer gut erklären, wie ich den Sachverhalt geordnet habe. Die rechtlichen Anmerkungen darin geben den damaligen Stand wieder; hier geht es um den Aufbau der Übersicht.

Zuerst Platz für die Zusammenhänge schaffen

In meiner Vorbereitung habe ich ein DIN-A3-Blatt verwendet, manchmal auch zwei nebeneinanderliegende DIN-A4-Blätter. Ob man die Übersicht so groß braucht, hängt natürlich vom Sachverhalt ab. Mir war vor allem wichtig, die wesentlichen Informationen auf einen Blick zu sehen. Oben stehen die Zeitlinien, darunter die Ziele des Mandanten, auffällige Hinweise und eine kurze Zusammenfassung der einzelnen Schutzrechte.

Bevor ich mit der Zeichnung beginne, lese ich den Sachverhalt einmal vollständig und markiere die Daten. So weiß ich ungefähr, welchen Zeitraum mein Blatt abdecken muss. Gerade im Beispiel von 2014 wird die sehr frühe Anmeldung EPFR3 erst relativ spät erwähnt. Wer schon beim ersten Datum einen großzügigen Zeitstrahl beginnt, darf dann unter Umständen noch einmal von vorne anfangen. Das habe ich lieber vermieden.

Die Zeitlinien: Was geschah wann?

Für jede Schutzrechtsfamilie zeichne ich eine eigene Zeitlinie. Darauf trage ich Prioritätsdatum, Anmeldetag und Veröffentlichung sowie die weiteren für den Fall wichtigen Ereignisse ein. Prioritätsverbindungen kennzeichne ich mit Pfeilen. Eigene und gegnerische Rechte bekommen unterschiedliche Farben; bei mehreren Beteiligten hilft zusätzlich eine kurze Bezeichnung des Inhabers.

Zeitlinien der Schutzrechtsfamilien aus DII 2014 – © Nico Riffel

© Nico Riffel

Bei den Veröffentlichungen interessiert mich beispielsweise, wie sie zum wirksamen Zeitrang des gerade untersuchten Gegenstands liegen. Die Zeichnung macht die Reihenfolge sichtbar; die rechtliche Einordnung als Stand der Technik nach Art. 54(2) oder 54(3) EPÜ ergänze ich erst, wenn die jeweiligen Voraussetzungen geklärt sind. Ebenso kann ein Anspruch teilweise unterschiedliche Prioritäten haben. Dann notiere ich den betroffenen Gegenstand direkt beim Datum, statt der gesamten Anmeldung vorschnell einen einzigen Zeitrang zuzuschreiben.

Im Beispiel hätte man die Darstellung auch in zwei Gruppen aufteilen können: EPFR1, EPFR2 und EPCZ1 für die Stoffanmeldungen auf der einen, EPFR3 und PCTCZ2 für die Verfahren auf der anderen Seite. Solche kleinen Gruppierungen können das Lesen später erleichtern. Die Zeichnung soll schließlich für Dich arbeiten und nicht umgekehrt.

Eine Hinweisbox für das, worauf es dem Mandanten ankommt

Unter den Zeitlinien halte ich links die wichtigsten Angaben zu den Beteiligten fest und rechts die Stellen, bei denen ich beim Lesen innerlich aufhorche. Formulierungen wie „besonders wichtig“, „was wir noch nicht erwähnt hatten“ oder eine überraschende Wirkung gehören für mich in diese Hinweisbox. Meine Überlegungen dazu findest Du ausführlicher unter „Was uns Schlüsselworte verraten …“.

Im Beispiel ist ein solcher Hinweis der Wunsch, den indischen Lieferanten zu behalten. Damit stellt sich für die Beratung die Frage, ob und unter welchen Bedingungen der Lieferant das betreffende Verfahren weiterhin nutzen kann. Ein weiterer Hinweis betrifft die gewünschte freundschaftliche Zusammenarbeit mit CLC. Das lenkt den Blick auf eine mögliche Lizenzvereinbarung oder Rechteübertragung. Ich notiere also nicht nur „Lieferant“ oder „CLC“, sondern möglichst schon die Frage, die ich später beantworten möchte.

Bei PCTCZ2 habe ich mir die beschriebene Verbesserung und den Verfahrensstand notiert. Das ist der Anlass zu prüfen, ob und wie sich diese Anmeldung noch für den Mandanten nutzbar machen lässt. Weitere Fragen betreffen die Prioritäten der EPCZ1-Ansprüche und die überraschende Wirkung von Y. Man muss solche Gedanken nicht sofort vollständig lösen. Wenn sie festgehalten sind, kann man zunächst weiterlesen, ohne Angst zu haben, den Punkt später zu vergessen.

Vor der Abgabe gehe ich diese Box noch einmal durch und streiche die erledigten Punkte. Gerade die wirtschaftlichen Wünsche des Mandanten gehen sonst zwischen den vielen Artikeln und Fristen leicht unter.

Die Schutzrechte stichwortartig zusammenfassen

Den verbleibenden Platz nutze ich für die einzelnen Anmeldungen und Patente. Zu jedem Recht notiere ich den geschützten beziehungsweise beanspruchten Gegenstand, seinen Status und die relevanten Länder. Die Farben entsprechen denen der Zeitlinien, damit ich beides schnell zusammenfinde.

Hinweisbox und Schutzrechtsübersicht aus DII 2014 – © Nico Riffel

© Nico Riffel

Für M4 würde ich daneben Platz für die nächsten Schritte lassen: Welche Handlung kommt in Betracht, bis wann muss sie vorgenommen werden, und was gewinnt der Mandant dadurch? So kann beispielsweise neben einer anhängigen Anmeldung ein noch möglicher Verfahrensschritt stehen und neben einem störenden Wettbewerberpatent ein konkreter Angriff oder eine Lizenzoption. Die Verbindung zur Zeitlinie hilft dabei, die Fristen nicht aus den Augen zu verlieren.

Bei der Handlungsfreiheit ergänze ich außerdem die geplante Herstellung oder den Vertrieb in den jeweiligen Ländern. Dann wird sichtbar, welche Rechte dem Vorhaben tatsächlich entgegenstehen. Die eigenen Anmeldungen und die Rechte der Wettbewerber haben in dieser Prüfung unterschiedliche Funktionen; auf meinem Blatt sollten sie deshalb auch gut auseinanderzuhalten sein.

Am Ende habe ich ein Arbeitsblatt, aus dem ich meine Antwort entwickeln kann. In der Online-Prüfung gehört die ausgearbeitete Beratung natürlich in das Antwortfeld. Das Blatt selbst hilft mir, während des Schreibens den Zusammenhang zu behalten. Probiere bei einer Übungsaufgabe einmal aus, ob eine große Übersicht für Dich funktioniert oder ob Dir zwei kleinere Blätter besser liegen.

Überarbeitet am 28. September 2026; Abbildungen und Fallbeispiel aus 2014.



Ordnung auf dem Tisch

Ich gebe es offen zu: Ich bin kein Leertischler. Ein Schreibtisch mit genau einem Stift und sonst nichts entsprach jedenfalls nie meiner normalen Arbeitsweise. In der Prüfung wollte ich trotzdem jederzeit wissen, wo eine Information liegt. Sonst wird aus einer lässlichen Alltagssünde schnell ein handfestes Zeitproblem.

Ordnung bedeutet Wiederfinden

Für die alte Papierprüfung hatte ich Ordner, Trennstreifen und Klarsichthüllen vorbereitet. Jede Entgegenhaltung bekam ihren Platz und ihre Farbe. Diese Arbeitsweise war auch durch das damalige Michalski-Hüttermann-Seminar angeregt.

Heute bekommst Du die Aufgaben am Bildschirm, und für 2027 gibt es keine Vorabausdrucke mehr. Entklammern, Lochen und Abheften kannst Du also aus Deinem Prüfungsablauf streichen. Ich würde mir trotzdem überlegen, wie ich die Dokumente eindeutig bezeichne, Fundstellen festhalte und meine Notizen ordne. Du willst beim Schreiben schließlich wissen, wo Deine eben noch so gute Idee geblieben ist.

Die eigenen Unterlagen vorbereiten

Sortiere die zugelassenen Bücher und Papierunterlagen nach einem System, das Du tatsächlich benutzt. Gesetzestexte, eigene Checklisten und kurze Formulierungshilfen sollten sich schnell unterscheiden lassen. Zu viele beinahe gleiche Sammlungen erschweren das Suchen.

Eine Beschriftung nach Themen kann hilfreicher sein als ein Stapel nach Entstehungsdatum. Kennzeichne dabei den Rechtsstand. Für die Prüfung ist nicht automatisch jede allerneueste Online-Fassung maßgeblich, sondern der einschlägige Prüfungsstichtag.

Für eine gebundene Sammlung bieten sich Ordner mit Registerblättern an. Lose Übungsaufgaben würde ich dagegen eher in beschrifteten Hängemappen aufbewahren, jeweils zusammen mit meiner Bearbeitung und dem Prüferbericht. So bleibt die Nacharbeit zu einer Aufgabe beisammen. Am Prüfungsplatz selbst brauche ich dann nur die Auswahl, auf die ich während einer Bearbeitung tatsächlich zugreife.

Die sichtbaren Register sollten zu meinen Suchbegriffen passen. Hinter „Änderungen“ erwarte ich beispielsweise meine Übersicht zur ursprünglichen Offenbarung und die zugehörigen Fundstellen, hinter „Fristen“ die Berechnung und die vorbereiteten Begründungsbausteine. Genau für solche kurzen Suchwege sind Haftregister und Trennblätter weiterhin nützlich. Die Toolbox-Checkliste enthält dazu eine kleine Auswahl passender Produkte.

Probiere die Anordnung bei einer vollständigen Übung aus. Wenn ein häufig benötigter Ordner hinter dem Bildschirm steht und sich nur umständlich aufschlagen lässt, hat er seinen Platz noch nicht gefunden. Dabei lohnt es sich, die Kamera- und Arbeitsplatzvorgaben gleich mitzuberücksichtigen.

Gut lesbar ist wichtiger als möglichst klein

Früher habe ich Richtlinien verkleinert ausgedruckt und binden lassen. Platzsparend war das, aber die Lesbarkeit muss zu Dir passen. Eine winzige Schrift ist keine Zeitersparnis, wenn Du jede Fundstelle zweimal lesen musst. Prüfe außerdem, ob die Zusammenstellung vollständig und für den maßgeblichen Rechtsstand geeignet ist.

Auch die digitale Arbeitsfläche braucht Ordnung

Übe das Wechseln zwischen Aufgabe, Anlagen und Antwort. Notiere kurze Dokumentenbezeichnungen mit genauen Fundstellen. Eine Merkmalstabelle oder Zeitlinie kann helfen, sollte aber nicht zu einer zweiten vollständigen Abschrift des Sachverhalts werden.

Ich würde mir dafür eine kleine Fundstellenübersicht anlegen. Dort steht dann beispielsweise „D2, Abs. 4: Ausgangsstoffe“ oder „Mandantin, Abs. 12: Metall notwendig“. Ein paar solche Zeilen sparen später viele Bildschirmwechsel. Vor allem muss ich mir nicht zugleich die rechtliche Überlegung und den Ort der dazugehörigen Textstelle merken.

Wie gut das funktioniert, lässt sich einfach ausprobieren: Bearbeite einen Abschnitt, wechsle zu einer anderen Frage und suche nach 30 Minuten die entscheidenden Stellen erneut. Miss dabei ruhig einmal die Suchzeit. Wenn Du immer wieder durch dieselben Seiten scrollst, ergänze die Übersicht um eine genauere Fundstelle oder ein markantes Suchwort. Für häufige Rechtsfragen würde ich außerdem einen zweiten Weg einüben, etwa über mein Papierregister, falls die bevorzugte Suche einmal nicht zum Ziel führt.

Über solche Zeitverluste beim Scrollen, Kopieren und Wiederfinden hat Pete Pollard bei seinem D-Durchlauf 2023 sehr anschaulich geschrieben. Die Oberfläche entwickelt sich weiter; die Frage, wie schnell Du eine bereits verstandene Information wieder in die Antwort bekommst, bleibt für die Vorbereitung interessant.

Den ganzen Platz testen

Getränke, Verpflegung und die persönlichen Dinge am Prüfungsplatz gehören ebenfalls zur Vorbereitung. Welche Hilfsmittel am Prüfungstag vorgesehen sind, habe ich unter Verbotenes in der Prüfung eingeordnet.

Die heutige Toolbox-Checkliste und der Beitrag EQE Online helfen beim letzten Durchgang. Entscheidend ist, dass Du mit Deinem Platz gut arbeiten kannst – nicht, dass er auf einem Foto perfekt aussieht.

Text überarbeitet am 28. September 2026.



Das richtige Schreibwerkzeug

Früher wurden die EQE-Antworten von Hand geschrieben. Ein passender Stift und eine lesbare Handschrift waren deshalb wichtige Teile meiner Vorbereitung. Heute steht die sichere Eingabe am Rechner im Vordergrund. Einige Gedanken zur Verständlichkeit der Antwort sind aber genauso aktuell geblieben.

Meine Erfahrungen mit der Papierprüfung

Ich gehörte eher zu den Prüflingen mit einer schwer lesbaren Handschrift. Unter Zeitdruck wurde sie nicht besser. Das gegenseitige Korrigieren in der Lerngruppe war deshalb auch ein Test: Kann ein anderer überhaupt erkennen, was ich geschrieben habe?

Damals habe ich unter anderem mit dem STABILO EASYoriginal und einem COM4gel geschrieben. Beide lagen mir gut in der Hand, und bei längeren Arbeiten fand ich es angenehm, den Stift zwischendurch zu wechseln. Für die heutigen kurzen Papiernotizen würde ich einfach den Stift nehmen, mit dem ich ohnehin gerne schreibe, und einen zweiten als Reserve danebenlegen. Der aufwendige Vergleich verschiedener Stifte hatte damals vor allem damit zu tun, dass wir die gesamte Antwort von Hand schreiben mussten.

Mir half damals auch, auf ähnlichem Papier wie in der Prüfung zu üben und mir vorher zu überlegen, wie ich Ergänzungsseiten einfügen würde. Das ist heute weitgehend Geschichte. Die Frage, ob Du mit Deinen Arbeitsmitteln über längere Zeit vernünftig arbeiten kannst, lohnt sich aber weiterhin. Welche Handhaltung oder welcher Stift für Dich passt, musst Du selbst ausprobieren.

Verständlich bleibt verständlich

Was weiterhin gilt: Der Korrektor muss Deinen Gedankengang erkennen. Gliedere nach den Fragen, Ansprüchen oder Schutzrechten und verwende eindeutige Bezeichnungen. Wenn Du „Stand der Technik“ mit „SdT“ abkürzt, solltest Du dafür nicht im nächsten Absatz „ST“ und danach „SdTech“ verwenden.

Schreibe möglichst klare Sätze. Deine sprachlichen Variationen kannst Du Dir für den nächsten Roman aufheben ;-). Bei der EQE hilft es mehr, dass die rechtlich wichtige Aussage eindeutig ist.

Eine Formulierungshilfe sollte die richtigen Fachbegriffe enthalten. Sie darf aber nicht dazu führen, dass Du einen Absatz ohne Anpassung übernimmst. Die Begründung muss zum tatsächlichen Fall und zum eingereichten Anspruch passen.

Heute: Tastatur und Antworteditor

Heute würde ich vor allem darauf achten, wie gut ich mit meiner Tastatur und dem Antworteditor zurechtkomme. Das lässt sich am besten bei einer längeren Übungsaufgabe feststellen: Treffe ich die Tasten sicher, kann ich einen Anspruch zügig ändern, und gelingt das Auswählen einer Textstelle mit Maus oder Touchpad zuverlässig? Wenn die vorhandenen Geräte dabei gut funktionieren, würde ich sie beibehalten. Eine neue Tastatur kurz vor der Prüfung kann auch erst einmal ungewohnte Fehler mit sich bringen.

In der aktualisierten Toolbox-Checkliste findest Du Auswahlkriterien und Produktbeispiele für den Fall, dass Du Deinen Arbeitsplatz ergänzen möchtest. Für mich wäre das Ziel, dass die Eingabe möglichst wenig Aufmerksamkeit bindet und Du Dich auf Deine Antwort konzentrieren kannst.

Beim Verschieben von Text passieren andere Fehler als früher beim Ausschneiden und Aufkleben: Ein Absatz steht doppelt, ein Rückverweis zeigt ins Leere oder eine alte Anspruchsfassung bleibt in der Antwort. Plane deshalb eine kurze inhaltliche Kontrolle ein.

Für die Eingabe am Rechner findest Du weitere Anregungen unter 10-Finger-Schreiben und EQE Online.

Meine damaligen Stifte und die Podcastfolge dazu

Hier kannst Du meine damaligen Schreibwerkzeuge sehen und Dir die alte Folge anhören. Sie ist als Rückblick auf die Papierprüfung gedacht. Die Hinweise zum verständlichen Schreiben kannst Du sicherlich auch für eine getippte Antwort gebrauchen.

(c) Nico Riffel

(c) Nico Riffel

Text überarbeitet am 28. September 2026.