Bei einem Angriff auf eine Anmeldung oder ein Patent musst Du die entscheidenden Informationen finden und daraus eine nachvollziehbare rechtliche Begründung entwickeln. Im früheren C-Teil wurde diese Unterscheidung mit „Use of Information“ und „Argumentation“ beschrieben. Sie hilft weiterhin beim Lernen: Fehlt Dir die richtige Fundstelle, oder hast Du sie gefunden und trotzdem keinen überzeugenden Angriff formuliert? Für die Punkte würde ich mich heute zunächst an der M3.3-Probeaufgabe orientieren.
Was zeigt die Probeaufgabe?
In der veröffentlichten M3.3-Probeaufgabe werden Einwendungen Dritter verlangt. Die Musterlösung verteilt insgesamt 100 Punkte auf folgende Bereiche:
| Bereich | Punkte der Probeaufgabe |
|---|---|
| Status der Ansprüche und Beweismittel, insbesondere Zeitränge | 12 Punkte |
| Klarheit, Einheitlichkeit, Anspruchskategorien und unzulässige Erweiterung | 30 Punkte |
| Neuheit | 25 Punkte |
| Erfinderische Tätigkeit | 33 Punkte |
Neuheit und erfinderische Tätigkeit machen damit zusammen 58 Punkte aus; die übrigen Prüfungen tragen 42 Punkte bei. Das ergibt eine brauchbare erste Größenordnung von ungefähr 60 zu 40 Prozent. Für meine Vorbereitung würde ich deshalb neben Neuheits- und Erfindungshöhenangriffen auch Zeitränge, Klarheit und Änderungsgrundlagen regelmäßig üben.
Die 30 Punkte für Klarheit, Einheitlichkeit, Regel 43 Absatz 2 und unzulässige Erweiterung fallen dabei besonders auf. In der TPO-Probeaufgabe tragen diese Fragen erheblich zur Bewertung bei. Eine vorbereitete TPO-Struktur sollte ihnen entsprechend Platz geben.
Ein erster Zeitplan für die Probeaufgabe
Für M3.3 sind 2027 140 Minuten vorgesehen. Ich würde zunächst so üben:
| Arbeitsschritt | Min. | Fertig nach (Min.) |
|---|---|---|
| Auftrag und Unterlagen lesen, Anspruchs- und Angriffsmatrix anlegen | 35 | 35 |
| Status und Zeitränge in der Antwort erläutern | 15 | 50 |
| Weitere Einwände, etwa Klarheit und Erweiterung, ausformulieren | 25 | 75 |
| Neuheitsangriffe schreiben | 20 | 95 |
| Angriffe zur erfinderischen Tätigkeit schreiben | 30 | 125 |
| Anspruchsabdeckung, Fundstellen und Anträge kontrollieren | 15 | 140 |
Die ersten 35 Minuten sind gemeinsame Vorarbeit für die späteren Abschnitte. Wenn ich den Neuheitsangriff schreibe, möchte ich den entscheidenden Unterschied beziehungsweise seine Vorwegnahme deshalb bereits in der Übersicht finden. Die anschließenden Schreibblöcke helfen, die erarbeiteten Ergebnisse rechtzeitig in eine vollständige Antwort zu bringen.
Wenn ich an einem schwierigen Angriff hängen bleibe, würde ich mir die offene Frage notieren und zunächst die bereits geklärten Angriffe zu Papier bringen. Ein rechtzeitig fertiggestellter Angriff auf einen weiteren Anspruch ist oft mehr wert als die nächste Viertelstunde Feinschliff an der ersten Begründung. Bei der Nachkorrektur lässt sich das prüfen: Welche erreichbaren Punkte blieben liegen, weil die Antwort nicht mehr fertig wurde? Für die nächste Übung würde ich daraus einen konkreten Wechselzeitpunkt ableiten. So bleibt es nicht bei dem etwas hilflosen Vorsatz, beim nächsten Mal einfach schneller zu sein.
Informationen verwenden heißt mehr als erwähnen
Im C-Bericht 2026 werden genaue Fundstellen verlangt. Absatz, Zeile, Anspruch oder Figur müssen die Aussage nachvollziehbar machen. Verwenden zwei Unterlagen unterschiedliche Begriffe, erkläre, weshalb Du sie gleichsetzt.
Auch ein Zeitrang braucht eine Begründung. Eine Priorität auf dem Deckblatt ist noch kein Nachweis, dass jeder beanspruchte Gegenstand diesen Tag wirksam genießt. Bei Vorbenutzungen musst Du zwischen dem öffentlichen Ereignis und seinem Beweismittel unterscheiden.
Die Tabelle erleichtert es, beim Schreiben die passende Fundstelle direkt neben das Argument zu setzen.
Gerade die wiederkehrenden Schritte lassen sich dabei vorbereiten: Zeitrang mit Rechtsgrundlage, Zuordnung der Merkmale und Aufbau des Aufgabe-Lösungs-Ansatzes. In meiner Sammlung „Niedrig hängende Früchte“ findest Du dafür kurze Bausteine mit Platz für die Angaben aus der Aufgabe. Der Begriff steht für die Punkte, die man mit einer eingeübten Routine leichter mitnehmen kann. Wie viel ein einzelner Schritt zählt, sehe ich mir bei der Nachkorrektur im jeweiligen Bericht an.
Gute Argumentation bleibt der Kern
Begründe bei erfinderischer Tätigkeit den Ausgangspunkt, den Unterschied, die Wirkung und die objektive Aufgabe. Erkläre anschließend, weshalb der Fachmann die relevante Lehre herangezogen und wie er sie umgesetzt hätte. Die Lösung bereits in die Aufgabenformulierung hineinzuschreiben, macht die Kombination nur scheinbar naheliegend.
Die Prüferberichte lassen Raum für andere überzeugende Angriffe. Wenn Du einen solchen Weg wählst, lohnt sich eine sorgfältige Begründung der entscheidenden Schritte. Ich würde meine Zeit vor allem dort einsetzen, wo die Unterlagen einen starken Angriff hergeben.
In der veröffentlichten M3.3-Probeaufgabe war ein Ausführbarkeitsangriff ausdrücklich ausgeschlossen. Für die weitere Vorbereitung gehört die Ausführbarkeit dennoch zum Stoff; der allgemeine Rahmen von M3.3 umfasst auch diesen Einwand.
Für die 42 Punkte außerhalb von Neuheit und erfinderischer Tätigkeit finde ich eine Checkliste besonders hilfreich. Zeitränge, Änderungsgrundlagen, Klarheit und Einheitlichkeit lassen sich damit einmal gezielt durchgehen. Bei der Nachkorrektur würde ich vermerken, welchen Einwand ich übersehen habe und an welcher Fundstelle ich ihn hätte erkennen können. Daraus entsteht nach und nach eine brauchbare persönliche Arbeitshilfe. Beispiele findest Du unter Detaillierter Ablauf von Teil C und Merkmalsanalyse im C-Teil.
Text überarbeitet am 28. September 2026.

